Ein schönes Stück Blödsinn

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Christopher Ryan als Seymour und Dirk Hinzberg als Mr. Mushnik in „Der kleine Horrorladen“ im Kulturhaus

Lüdenscheid - Eigentlich müsste man ja wissen, auf was man sich einlässt, wenn man sich in diese ganz eigentümliche Welt des kleinen Horrorladens begibt. Immerhin gibt es diese schräge Geschichte seit mehr als 50 Jahren – wahlweise als B-Movie, später als Musical und dann wieder als Film.

Von Jutta Rudewig

Und doch reichten die Kommentare Mittwochabend in der Pause von „super-blöd“ bis „ist doch nett“ und im weiteren Verlauf dafür, dass die Zuschauerreihen zu Beginn des zweiten Teils lichter waren. Der Frank-Serr-Showservicehatte sein Ensemble nach Lüdenscheid geschickt, um die Fleisch fressende Pflanze „Audrey Zwo“ mit Musik von Alan Menken als Musical an Mann und Frau zu bringen. Und irgendwie wartete man vom ersten Moment auf dieses eine Lied, das die Geschichte berühmt machte: „I am the dentist“, seinerzeit in der zweiten Filmadaption von dem jungen Steve Martin in seiner Rolle als Zahnarzt gesungen. Diesmal übernahm den Part Michael Müller, prügelte seine Angebete über die Bühne, ließ den sadistischen Macho-Zahnarzt raushängen, beendete sein Leben unter der Lachgasmaske und anschließend als Futter für „Audrey Zwo“.

Auf angenehme Weise albern brachte das Ensemble das Stück daher, immer mal wieder unterbrochen von einem völlig überflüssigen und dreiköpfigen Damenchor. Höchst witzig auch die Konzeption der Pflanze, zu Anfang klein und ziemlich unscheinbar, am Ende so bühnenfüllend, dass der böse Zahnarzt, Blumenladenbesitzer Mr. Mushnik (Dirk Hinzberg), die echte Audrey (Nadine Kühn mit großartiger Singstimme) und der „Audrey Zwo“-Züchter Seymour (Christopher Ryan) drin Platz fanden – letzterer, um das böse Pflanzengebilde von innen mit der Axt zu zerlegen.

Ein sehr schönes Stück Blödsinn hat das Serr-Ensemble da auf die Bühne gebracht. Und diejenigen, die darüber lachen konnten, sparten am Ende nicht mit Applaus.

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