Serie zum Klinikum Lüdenscheid

Auf die richtige Spur gebracht - die Notaufnahme

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Dr. Markus Bald bei der Arbeit. Jährlich kommen rund 40 000 Patienten in die Notaufnahme des Klinikums.

Lüdenscheid - Die Lüdenscheider Nachrichten stellen im Rahmen einer Serie alle Fachkliniken des Klinikums Lüdenscheid vor. Dabei werden das jeweilige Leistungsspektrum aufgezeigt und Einblicke in die Arbeit der Mediziner und Pflegekräfte gegeben.  Im 24. Teil geht es diesmal in die Notaufnahme. 

Geduld – das wünschen sich Dr. Markus Bald, ärztlicher Leiter der Notaufnahme am Klinikum Lüdenscheid, und Pflegedienstleiter Bernhard Meyknecht von ihren Patienten. Rund 40.000 Menschen werden jährlich in der Notaufnahme versorgt. „Wir bekommen von Jahr zu Jahr mehr Zulauf“, betont Markus Bald. Und zeigt dann auf, dass genau dieser Erfolg aber auch eine Schwierigkeit in sich berge: „Wir haben viel zu tun – da müssen manche Patienten natürlich auch schon mal ein bisschen warten. Und das führt dann verständlicherweise zu Unmut und Ärger.“

In die Notaufnahme des Lüdenscheider Klinikums kommen all die Patienten, die notfallmäßig und ungeplant eine Erstversorgung benötigen. „Unser Ziel ist es, den jeweiligen Patienten auf die richtige Spur zu bringen – wir versuchen, mit einer guten und umfassenden Diagnostik, mit Labor und bildgebenden Verfahren zu klären, was das Problem des Patienten ist, welche Spezialisten aus welcher Fachklinik ihn behandeln müssen. Das dauert, das braucht Zeit. Wir reduzieren mit dieser Herangehensweise zwar die Aufenthaltsdauer des Patienten im Klinikum – aber wir verlängern seine Zeit in der Notaufnahme. Und genau das verstehen die Patienten nicht“, versucht Markus Bald das Dilemma der Steuerung der Notaufnahme zu erklären.

Der Aufwand sei enorm

Dr. Markus Bald (l.) mit einer „Institution“ der Notaufnahme: „Schwester“ Norbert.

Der Aufwand im Bereich der Diagnostik und Therapie der in der Notaufnahme des Klinikums Lüdenscheid betrieben werde, sei enorm, betont Markus Bald. Ob Laboruntersuchungen, EKG, Ultraschalluntersuchungen, Punktionen, Infusionsbehandlung, Wunderversorgung – all diese Behandlungsschritte erfolgen bereits in der Notaufnahme.

Mediziner aus 20 verschiedenen Fachbereichen

Weil das Klinikum Lüdenscheid ein Haus der Maximalversorgung ist, stehen Mediziner aus über 20 verschiedenen Fachbereichen für die Behandlung der Notfallpatienten zur Verfügung. „Wenn ein Augen- oder HNO-Arzt gebraucht werden, sind sie direkt im Haus. Das vereinfacht unsere Arbeit natürlich“, erklärt Markus Bald.

Unter Hochdruck arbeiten

Der gute Service habe aber auch eine Kehrseite: „Die Menschen, die im Wartebereich sitzen und auf ihre Behandlung warten, sehen nur den Wartebereich – diesen kleinen Ausschnitt unseres Arbeitsplatzes. Sie sehen nicht, was in den Behandlungsräumen auf der anderen Seite zur selben Zeit los ist. Dass wir da unter Hochdruck arbeiten. Dass alle gefordert sind“, berichtet Pflegedienstleiter Bernhard Meyknecht.

Ein weiteres Problem: „Die Menschen verstehen nicht, dass wir sie nicht zwingend nach der Reihenfolge ihres Eintreffens in der Notaufnahme behandeln. Wer schwer erkrankt ist, kommt immer früher an die Reihe – auch, wenn er vielleicht als Letzter gekommen ist. Und ein HNO-Patient kommt dann an die Reihe, wenn der betreffende Spezialist vor Ort ist. Da muss ein Patient mit einer Augenerkrankung vielleicht noch warten, obwohl er schon länger im Wartebereich sitzt“, berichten Markus Bald und Bernhard Meyknecht.

Eine Farbampel zur Sortierung

Dr. Markus Bald: „Das Triage-System hilft uns bei der täglichen Arbeit.“

Ärzten und Pflegern hilft das sogenannte Triage-System. Dies ist ein standardisiertes Verfahren zur Ersteinschätzung von Beschwerdebildern und Leitsymptomen: „Im Klartext heißt das, dass wir die Patienten in fünf Gruppen einteilen: ‚sofort’ mit der Farbe Rot, ‚sehr dringend’ mit der Farbe Orange, ‚dringend’ mit der Farbe Gelb, ‚normal’ mit der Farbe Grün und ‚nicht dringend’ mit der Farbe Blau“, erklärt Bernhard Meyknecht.

Jeder Tag eine neue Herausforderung

Anstrengend sei die Arbeit in der Notaufnahme – jeder Tag eine neue Herausforderung, berichten Markus Bald und Bernhard Meyknecht. Die psychische Belastung für die Koordinatoren, die Ärzte, Pfleger und Schwestern der Notaufnahme sei immens – aber auch enorm spannend. Die Fachleute kümmern sich um junge und alte Patienten, um Menschen mit Demenz und Patienten, von denen noch niemand weiß, was mit ihnen nicht stimmt. „Natürlich sind wir auch ein bisschen wie Sherlock Holmes“, sagt Markus Bald mit einem Augenzwinkern – und wird dann wieder ernst: „Wir sind sehr gefordert. Von dem, was in der Notaufnahme passiert, hängt ganz viel ab. Wir versuchen immer, die Abläufe zu optimieren und fragen uns, wie wir noch besser arbeiten können.“

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