Klinikum Lüdenscheid

Klinik für Neurologie: Stolz auf die „Stroke Unit“

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Das Team der Klinik für Neurologie um Klinikdirektor Dr. Sebastian Schimrigk (r.).

Lüdenscheid - Die Lüdenscheider Nachrichten stellen im Rahmen einer Serie alle Fachkliniken des Klinikums Lüdenscheid vor. Dabei werden das jeweilige Leistungsspektrum aufgezeigt und Einblicke in die Arbeit der Mediziner und Pflegekräfte gegeben. Die 14. Folge stellt die Klinik für Neurologie vor.

„Wir können und machen alles – und das auf hohem Niveau, was uns wirklich sehr stolz macht“, erklärt Dr. Sebastian Schimrigk. Erkrankungen des zentralen und des peripheren Nervensystems sind seine Aufgabengebiete. „Die Schwerpunkte unserer Arbeit sind die Behandlung von Schlaganfällen, Parkinsonerkrankungen und Multipler Sklerose“, erklärt der Direktor der Klinik für Neurologie am Klinikum Lüdenscheid.

Aber auch mit Hirnhautentzündungen, Demenzerkrankungen, Epilepsien und seltenen System- und Muskelerkrankungen haben es Sebastian Schimrigk und sein Team zu tun. „Außerdem haben wir viele Patienten, die mit Kopfschmerzen und Schwindelbeschwerden zu uns kommen“, berichtet der Klinikdirektor.

Stolz auf die „Stroke Unit“

Stolz ist Sebastian Schimrigk auf die Tatsache, dass das Klinikum Lüdenscheid als erstes Krankenhaus in der Region eine Schlaganfall-Spezialstation, eine sogenannte „Stroke Unit“, eingerichtet hat. „Im Jahr 1999 haben wir mit einer Vier-Betten-Einheit begonnen. Heute haben wir schon acht Betten. Unser erklärtes Ziel ist die Ausweitung auf eine Zehner-Einheit“, erklärt der Klinikdirektor.

Die Ausweitung, stellt Sebastian Schimrigk klar, sei den stetig steigenden Zahlen von Schlaganfällen geschuldet: „Wir sind aber für die nächsten Jahre sehr gut aufgestellt. Insbesondere die Kooperationen mit den Rettungsdiensten und der hiesigen Radiologie helfen uns, einen universitären Behandlungsstandard anbieten zu können.“

Umfassendes Versorgungsangebot für Schlaganfallpatienten

Hinter dem Begriff „Stroke Unit“ verbirgt sich ein umfassendes Versorgungsangebot für Schlaganfallpatienten, das die Akutversorgung und die lückenlose Überwachung der Betroffenen in den ersten 24 bis 72 Stunden nach dem Schlaganfall beinhaltet. In dieser ersten Phase, so erklärt Sebastian Schimrigk, treten in vielen Fällen Komplikationen auf. Ein erneuter Schlaganfall, Infekte oder Thrombosen und Herzrhythmusstörungen gehören mit dazu. Also ist die permanente Überwachung von großer Bedeutung.

Und so werden in der „Stroke Unit“ am Klinikum alle lebenswichtigen Körperfunktionen wie Atmung, Sauerstoffgehalt im Blut, Herzfrequenz, Blutdruck, Blutzucker und Temperatur genau per Monitor überwacht. „Dann können wir im Fall einer sich andeutenden Komplikation schnell handeln“, betont Sebastian Schimrigk.

Frührehabilitation als wichtige Aufgabe

Aber nicht nur die Akutversorgung geschieht in der „Stroke Unit“. Auch die Frührehabilitation der Schlaganfallpatienten ist eine wichtige Aufgabe der Ärzte, Schwestern und Pfleger – „und die beginnt im Grunde schon am ersten Tag der Behandlung“, erklärt der Fachmann. Multidisziplinär ist der Ansatz, eingebunden sich neben den Ärzten und dem spezialisierten Pflegepersonal auch Krankengymnasten, Sprach- und Beschäftigungstherapeuten und Psychologen, die die individuelle Betreuung des Patienten übernehmen.

„Wichtig ist uns, bei der Arbeit mit Schlaganfallpatienten möglichst wenige Schnittstellen zu haben. Nachdem die Betroffenen aus der Notaufnahme zu uns kommen, bleiben sie bei uns. Wir kooperieren dabei eng mit den Kollegen aus der Radiologie und der Gefäßchirurgie. Aber die ‘Stroke Unit’ ist der Dreh- und Angelpunkt“, berichtet Sebastian Schimrigk.

Die elektrophysiologische Untersuchung, die hier vorgenommen wird, prüft die motorischen und sensiblen Bahnen im Körper.

Die Sorge für die Patienten hört auch nach der Akutphase nicht auf. Eine „Stroke Nurse“, eine speziell geschulte Krankenschwester, gibt den Betroffenen Tipps und klärt auf, wie das Leben nach einem Schlaganfall weitergehen kann und soll. Eine Selbsthilfegruppe führt diese Arbeit weiter. „Da sind wir auch engagiert und versorgen die Patienten mit den Neuigkeiten, die für sie von Belang sind. Unser großer Traum ist eine Abteilung für die geriatrische Weiterbehandlung älterer Patienten. Die Fachkenntnis für diese Arbeit haben wir“, betont der Direktor der Klinik für Neurologie.

Modernste Therapien bei Multipler Sklerose

Neben der „Stroke Unit“ ist die Klinik für Neurologie am Klinikum Lüdenscheid aber auch für die Behandlung von Menschen mit Multipler Sklerose bekannt. „Wir haben da einen tollen national zertifizierten Schwerpunkt aufgebaut – auch und vor allem im ambulanten Bereich. Mit Hilfe von der Fachschwester Ina Selka werden hier auch ambulant modernste Therapien angeboten. Das hat sich herumgesprochen. Dafür kommen auch viele Patienten aus dem Ruhrgebiet und aus dem Siegerland zu uns“, berichtet Sebastian Schimrigk.

Eine Patientin bei einer Doppler-Sonographie, bei der die Fließgeschwindigkeit des Blutes in den Gefäßen gemessen wird.

Es habe sich in den vergangenen Jahren viel getan: „Wir können den Patienten Hoffnungen machen. Es ist ganz viel möglich!“, betont der Neurologe. Gleiches gelte auch für die Patienten mit Parkinson. Aufgrund des demographischen Wandels nehmen die Patientenzahlen in diesem Bereich deutlich zu.

„Heute kann man Parkinson sehr gut ambulant behandeln. Stationär betreuen wir fast nur Patienten in der Spätphase der Erkrankung“, erklärt der Mediziner. Die Hauptaufgabe: die Zusammenstellung der Medikation. „Das wird nämlich im Verlauf der Erkrankung immer schwieriger“, berichtet Sebastian Schimrigk. Grundsätzlich bietet die Klinik für Neurologie eine intensive Komplexbehandlung für Menschen mit Parkinson an. Dazu gehören auch die Logopädie, die Ergotherapie, die Physiotherapie und psychotherapeutische Angebote.

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