Klinikum Lüdenscheid

Große Medizin, kleiner Patient - die Kinderklinik

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Oberarzt Dr. Holger Frenzke (l.) bei der Asthmaschulung am Klinikum Lüdenscheid. Die Schulungsmaßnahmen für betroffene Kinder u nd Jugendliche werden regelmäßig durchgeführt – mit großem Erfolg, wie die Qualitätssicherung bescheinigt.

Lüdenscheid - Die Lüdenscheider Nachrichten stellen im Rahmen einer Serie alle Fachkliniken des Klinikums Lüdenscheid vor. Dabei werden das jeweilige Leistungsspektrum aufgezeigt und Einblicke in die Arbeit der Mediziner und Pflegekräfte gegeben. Um die Klinik für Kinder und Jugendliche geht es in Teil vier.

Kranke Kinder, die daheim nicht mehr angemessen versorgt werden können, sind die Patienten, mit denen es Dr. Bernhard Köster tagtäglich zu tun hat. Der Leiter der Klinik für Kinder und Jugendliche am Klinikum Lüdenscheid versorgt gemeinsam mit seinem Team rund 2900 Patienten im Jahr. Die durchschnittliche Liegedauer liegt bei drei Tagen. „Früher haben die Kinder und Jugendlichen bis zu 15 Tage bei uns in der Klinik verbracht“, schaut Bernhard Köster in die Vergangenheit.

Verkleinerung sei ein überregionaler Trend

In der alten Kinder- und Jugendklinik an der Hohfuhrstraße habe er 150 Betten für Patienten vorgehalten – „heute haben wir noch 39“. Das klingt nach einem Rückgang der Patienten, aber dem sei nicht so, erklärt der Klinikdirektor. „Das ist ein Rechenexempel. Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die wir versorgen, ist mehr oder weniger gleichgeblieben. Aber die Liegedauer hat sich, wie schon gesagt, dramatisch reduziert. Dem tragen wir Rechnung.“ Die Verkleinerung von Kinderkliniken sei ein überregionaler Trend, weiß der Mediziner. Mit dem demographischen Wandel allein sei dies nicht zu erklären. „Die Medizin ist fortgeschritten. Viele Behandlungen sind nicht mehr so zeitaufwändig wie früher. Alles geht schneller“, resümiert Bernhard Köster.

"Im Winter ist es voll. Im Sommer eher leer."

Planbar ist die Arbeit in der Kinder- und Jugendklinik nicht. „Wir sind im Akutgeschäft tätig. Im Winter ist es voll. Im Sommer eher leer. Infektionskrankheiten, mit denen wir viel zu tun haben, sind nicht kalkulierbar. Wir können nicht in die Zukunft schauen und einen Plan für die nächsten Wochen und Monate erstellen“, berichtet Bernhard Köster.

Klinikchef Dr. Bernhard Köster (l.) und Oberarzt Dr. Holger Frenzke sind Spezialisten für Kinder- und Jugendmedizin.

Das mache, erzählt der Klinikdirektor, sicherlich auch den Reiz der Arbeit aus. Sein Team behandle alles, was an Krankheiten im Kinder- und Jugendlichenalter anfällt: Infekte, Asthma, Nierenbeckenentzündungen, Fieberkrämpfe. Kinder und Jugendliche mit einer Krebserkrankung sieht man im Lüdenscheider Klinikum hingegen selten. „Da arbeiten wir mit den großen Zentren zusammen. Die haben das geballte Fachwissen und die geballte Erfahrung. Aber wenn es um die ambulante Weiterbehandlung geht, also zum Beispiel um die regelmäßigen Kontrollen der Blutwerte, kooperieren wir mit den großen Kliniken. Damit sind die Patienten und ihre Angehörigen entlastet und können ortsnah versorgt werden.“

Auch viele ambulante Patienten werden versorgt

Neben den stationären Patienten versorgt die Kinder- und Jugendklinik auch viele ambulante Patienten. Im Jahr 2013 waren – gemeinsam mit dem KV-Notdienst der niedergelassenen Kinderärzte – 14 300 Notfallpatienten. Besonders stolz ist Bernhard Köster auf die Spezialambulanzen seiner Klinik: die Kinderpneumologie mit Krankheiten wie Asthma bronchiale, Bronchitis und spastischer Bronchitis, die Diabetes-Ambulanz und die kinderradiologische Ambulanz sind in den vergangenen Jahren zu echten Aushängeschildern geworden. Das lässt sich objektiv belegen, wie Klinikdirektor Bernhard Köster aufzeigt.

Unter den besten besten Diabetesambulanzen Deutschlands und Österreichs

„Wir waren im Jahr 2013 unter den 20 besten Diabetesambulanzen Deutschlands und Österreichs. Insgesamt konkurrieren wir da mit 269 Kinderkliniken. Außerdem nehmen wir am Diabetes-Qualitätszirkel Westfalen-Lippe teil, dort rangierten wir in den letzten Jahren bei der Auswertung der Ergebnisqualität abwechselnd auf Platz 1 und 2“, freut sich Bernhard Köster.

Spielerisch lernen die Kinder, mit ihrer Asthmaerkrankung zu leben.

Was die Arbeit der Diabetes-Ambulanz am Klinikum Lüdenscheid ausmacht? Die konsequente Qualitätssicherung – und die zeige, dass die Patientenseminare und -schulungen tatsächlich greifen und helfen. Vier bis sechs Mal im Jahr werden die Seminare und Schulungen für betroffene Kinder und Jugendliche angeboten. Die Nachfrage bestimme das Angebot, betont Bernhard Köster.

„Wir verzeichnen im Jahr zwischen zehn und zwölf Neuerkrankungen im Bereich Diabetes. Im Quartal behandeln wir rund 80 junge Patienten mit diesem Krankheitsbild. Die Zahlen steigen.“ Viel Zulauf haben auch die ambulanten Asthmaschulungen, die regelmäßig dreimal im Jahr auf dem Programm der Kinder- und Jugendklinik stehen. „Der Bedarf ist enorm“, sind sich Bernhard Köster und sein Oberarzt Dr. Holger Frenzke einig.

Hervorragender Kooperation

Ein Grund, warum die Arbeit der Kinder- und Jugendklinik bereits mehrmals ausgezeichnet wurde, liege in der hervorragenden Kooperation mit anderen Fachkliniken am Klinikum Lüdenscheid. „Als Beispiel nehmen wir die Darmspiegelungen. Ein bis zwei Kinder schicken wir pro Woche in die Innere I zu Professor Dr. Joachim Teichmann. Das Ganze geht schnell, innerhalb des Hauses und verläuft überaus kollegial. Genauso sieht es zum Beispiel auch mit der von Professor Dr. Joachim Lorenz geleiteten Klinik für Pneumologie, internistische Intensivmedizin, Infektiologie und Schlafmedizin aus. Die Zusammenarbeit mit den Kollegen kann ich nur exzellent nennen“, freut sich Bernhard Köster über das gute Arbeitsumfeld. - von Maike Förster

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