Serie Klinikum Lüdenscheid

Wichtige zwei Quadratmeter - die Hautklinik

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Dr. Dorothee Dill (l.) mit der Leitenden Oberärztin Dr. Franziska Scholl und der Assistenzärztin Dr. Maria Karani.

Lüdenscheid - Die Lüdenscheider Nachrichten stellen im Rahmen einer Serie alle Fachkliniken des Klinikums Lüdenscheid vor. Dabei werden das jeweilige Leistungsspektrum aufgezeigt und Einblicke in die Arbeit der Mediziner und Pflegekräfte gegeben. Der 20. Teil beschäftigt sich mit der Hautklinik.

Die zwei wichtigsten Quadratmeter des menschlichen Körpers sind das Metier von Dr. Dorothee Dill. Die Leiterin der Hautklinik am Klinikum Lüdenscheid brennt für ihren Fachbereich: „Ich finde die Dermatologie als klinisches Fach sehr spannend.“

Schutz- und Grenzorgan, wichtiger Schlüssel des Immunsystems und Sinnesorgan – all das ist die Haut. „Ich beschäftige mich bei der Haut mit all dem, was angeboren oder krankhaft ist – und das bei allen Altersgruppen, vom Baby bis zum 100-Jährigen“, erklärt Dorothee Dill. Die Hälfte ihrer Patienten kommt für Operationen in die Hautklinik: mit bös- oder gutartigen Hauttumoren, Gefäßerkrankungen oder Beingeschwüren. Die andere Hälfte ist von Krankheiten wie Neurodermitis, Ekzemen, Schuppenschlechte, Kontaktallergien oder chronischen Entzündungen der Haut betroffen.

Suche nach den "hässlichen Entlein"

Die Beschäftigung mit Hauttumoren, speziell mit dem schwarzen Hautkrebs, ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit Dorothee Dills: „Es geht um die Veränderungen, die sich neu entwickeln. Wir nennen sie das ‚hässliche Entlein’ – die Pigmentflecken also, die so ganz anders aussehen als die anderen, die aus dem Rahmen fallen. Wenn ein solcher Fleck auch noch juckt oder blutet, dann sollte man alsbald einen Hautarzt aufsuchen.“ Können die Dermatologen ein malignes Melanom im Frühstadium erkennen, stehe die Chancen für eine Heilung des Hautkrebses – meistens durch Operation oder ergänzende Methoden wie Laser oder Kältetherapie – gut, betont Dorothee Dill.

Häufigsten Hauttumore bildet der weiße Hautkrebs

Hier wird am Monitor ein mikroskopisches Bild eines Hauttumors ausgewertet.

Die häufigsten Hauttumore bildet aber nicht der schwarze, sondern der weniger gefährliche weiße Hautkrebs. „Von ihm sind viele Menschen betroffen – wir sprechen von rund 160 bis 180 auf 100 000 Einwohner im Jahr. Bei schwarzem Hautkrebs gibt es ‘nur’ 16 bis 18 Neubetroffene pro Jahr“, erklärt die Direktorin der Hautklinik. Schädlich für die Haut und ein den Hautkrebs fördernder Faktor ist mangelnde Vorsicht im Umgang mit der Kraft der Sonne. „In der Haut liegt eine Art Sonnenbankkonto. Jeder Sonnenbrand hinterlässt Spuren. Und jeder Sonnenbrand erhöht das Risiko, eines Tages an Hautkrebs zu erkranken“, zeigt Dorothee Dill die Zusammenhänge auf. Vorsicht sei das Gebot – und individuell angepasster Schutz.

"Sonnenbaden mit Köpfchen"

Hand- und Fußrücken, Unterschenkel, Ohren, Kopf, Unterlippe und Nasenrücken: All diese Körperregionen seien der Sonne oft ohne Schutz ausgesetzt. Dorothee Dill rät: „Sonnenbaden mit Köpfchen ist angesagt. Man muss die Haut pflegen und schützen. Und direkt und lange in die Sonne legen sollte man sich wirklich nicht.“

Das Risiko Hautkrebs betrifft eine Patientengruppe besonders: die Menschen mit einem Organtransplantat. Immunsupressiva helfen den Betroffenen, das neue Organ nicht abzustoßen – aber diese Medikamente sorgen auch dafür, dass der Reparaturmechanismus der Hautzellen für Sonnenlichtschäden blockiert wird. „Diese Patienten entwickeln viel häufiger Hautkrebs. Aber wir wissen heute genau um diese Risiken. Und deshalb werden die Patienten gut aufgeklärt und stehen in intensiver ärztlicher Betreuung“, erklärt Dorothee Dill.

Schuppenflechte oder Neurodermitis sehr gut stabilisierbar

Intensiv betreut und beraten werden auch die Patienten, die mit Schuppenflechte oder Neurodermitis in die Hautklinik kommen. Beide Krankheiten seien heute sehr gut stabilisierbar, macht Dorothee Dill den Betroffenen Mut und Hoffnung. „In den vergangenen 15 bis 20 Jahren hat sich wirklich eine Menge auf diesem Sektor getan. Heute ist das erklärte Ziel einer Behandlung die Erscheinungsfreiheit der Haut oder die gänzliche Beschwerdefreiheit – das war früher im Grunde undenkbar.“

Schuppenflechte ist eine Art Systemerkrankung

Die medizinische Fachangestellte Ilona Kujath betreut einen Patienten in der Lichtkabine.

Die umfassende Diagnostik und intensive Behandlung einer Schuppenflechte sei dringend nötig, ergänzt Dorothee Dill, denn: „Es ist eine Art Systemerkrankung. Menschen mit Schuppenflechte haben ein erhöhtes Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu entwickeln. Außerdem können die Gelenke bei Schuppenflechte mit betroffen sein. Aus dem Grunde arbeiten wir eng mit den Kollegen aus der Rheumatologie zusammen.“

Neue Wege in der Neurodermitis-Therapie

Auch bei der Neurodermitis-Therapie gehe man neue Wege, kann die Dermatologin berichten: „Wir sind weg von der alleinigen Cortisontherapie. Wir arbeiten mit modernen Salben und internen Medikamenten, die die Haut schonend behandeln. Neben der spezifischen Salbentherapie durch langjährig erfahrene Krankenschwestern und Pfleger setzen wir unterstützend die medizinische Lichttherapie ein, mit der wir gute Erfolge erzielen.“ Bei beiden Erkrankungen sei die Eigenverantwortung des Patienten immens wichtig: „Die Patienten lernen ihre Haut zu verstehen. Sie müssen mitarbeiten.“ Oft sei eine Salbentherapie wochen- oder monatelang notwendig. Langmut und Disziplin sind gefordert.

Dorothee Dill bringt ihre Profession auf einen kurzen, einprägsamen Nenner: „Haut verbindet, Haut behütet, Haut schützt – und Dermatologen sind die Spezialisten für die Haut.“

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