Klinikum Lüdenscheid

Zwischen Krebs und Kreißsaal - die Frauenklinik

+
Dr. Angelika Weber (l., hier mit Ambulanzschwester Heike Wollhaupt) steht der Frauenklinik kommissarisch als Leiterin vor. Das Aufgabengebiet der Klinik: Frauen durch alle Lebensphasen zu begleiten, bei Krebserkrankungen zu behandeln und bei Schwangerschaften als Geburtshelferin bereitzustehen.

Lüdenscheid - Die Lüdenscheider Nachrichten stellen im Rahmen einer Serie alle Fachkliniken des Klinikums Lüdenscheid vor. Dabei werden das jeweilige Leistungsspektrum aufgezeigt und Einblicke in die Arbeit der Mediziner und Pflegekräfte gegeben. Die fünfte Folge dreht sich um die Frauenklinik.

Ihre selbst gesteckte Aufgabe: Frauen ein Leben lang zu begleiten und zu behandeln. Dr. Angelika Weber leitet die Frauenklinik am Lüdenscheider Klinikum kommissarisch – und mit großer Einsatzkraft. Ihre Arbeit, das wird sie nicht müde immer wieder zu sagen, mache ihr Spaß und gebe ihr Erfüllung. Einer der Gründe dafür: die Vielgestaltigkeit ihrer Tätigkeit.

"Vom Säuglings- bis zum Erwachsenenalter"

„Wir behandeln Frauen – vom Säuglings- und Kleinkind- bis zum Erwachsenenalter“, erklärt die Medizinerin. Kleinkinder? „Ja. Vor Kurzem kam zum Beispiel ein einjähriges Mädchen wegen einer Torsion (Drehung) des Eierstocks zu uns. Das gehört zu unserem Aufgabenbereich. Junge Mädchen suchen unseren Rat wegen Menstruationsbeschwerden und Zysten an den Eierstöcken. Und natürlich behandeln wir hier auch all die verschiedenen Arten von Krebs, die Frauen an den Geschlechtsorganen entwickeln können“, berichtet Angelika Weber.

Zahl der Neuerkrankungen steigt

Ein Aufgabenbereich, der die Klinikdirektorin und ihr Team fordert, denn die Zahl der Neuerkrankungen wächst stetig an. Allein im Jahre 2013 gab es 130 Frauen, die neu an Brustkrebs erkrankt waren. Am Lüdenscheider Klinikum seien diese Patientinnen gut aufgehoben. Das Brustzentrum leiste hervorragende Arbeit, betont Angelika Weber. Frauen werden hier vor, während und nach der Operation betreut, beraten und behandelt.

Die Beratung ist Angelika Weber sehr wichtig

Die Beratung ist Angelika Weber sehr wichtig. Die Ärzte seien diejenigen, die den Patientinnen alle Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen – die endgültige Entscheidung liege aber bei den Frauen selbst. „Wir beraten und erklären ganz genau, welche Behandlungen in dem jeweiligen Fall von den Leitlinien unseres Faches empfohlen werden. Sagt eine Frau aber Nein dazu, dann tragen wir diese Entscheidung mit ihr gemeinsam. Ich mache immer deutlich, dass ich nur Empfehlungen gebe. Ich bestimme nicht über den Kopf der Patientinnen hinweg, was weiter mit ihnen geschieht.“ Natürlich sei dies nicht nur im Falle einer Brustkrebserkrankung der Fall – auch bei Gebärmutter-, Gebärmutterkorpus- und Eierstockkrebs liege die Entscheidung über den Therapieweg bei den Frauen.

Brustschwestern betreiben Aufklärung an den Schulen

Aber die Unterstützung und Begleitung beginnt in der Frauenklinik des Klinikums Lüdenscheid schon viel früher. „Wir haben Brustschwestern, die Aufklärung an den Schulen betreiben und verstärkt Frauen mit Migrationshintergrund mit Krebserkrankungen wie dem Brustkrebs bekannt machen und sie sensibilisieren. Kommt eine Frau zu uns und wir müssen zum Beispiel die Diagnose ‘Brustkrebs’ stellen, bekommt die Patientin ein Herzkissen geschenkt.“ Angelika Weber deutet auf einen Korb, in dem individuell gestaltete selbst genähte Kissen in Herzform liegen. „Das ist eine Kleinigkeit, aber zusammen mit den Gesprächen, die vor allem auch unsere Schwestern anbieten, können sich Frauen hier ernstgenommen und aufgefangen fühlen. Und das ist immens wichtig, wenn so eine Diagnose über einen hereinbricht.“

Gemütlich und auf die Bedürfnisse der Gebärenden zugeschnitten sind die Kreißsäle der Frauenklinik.

Die Begleitung zieht sich durch die gesamte Therapie und auch die Gesundungsphase und Nachsorgezeit. Ein Beispiel für das umfassende Angebot für Krebspatienten ist das Schminkseminar, wo Frauen nach den aggressiven Therapien, bei denen die Haare ausfallen und auch die Haut Veränderungen zeigen kann, Tipps und Tricks an die Hand bekommen, wie man sich mit ein wenig Schminke und einer flotten Perücke wieder attraktiv in Szene setzen kann. „Das ist wichtig für uns Frauen – und deshalb wollen wir auch dabei Ansprechpartner sein und helfen“, betont Angelika Weber.

Angelika Weber ist auch Geburtshelferin

Neben diesen ernsthaften Krankheiten und gutartigen Erkrankungen der Gebärmutter sowie Senkungen und Inkontinenz kann Angelika Weber aber auch eine ganz andere Tätigkeit zu ihrer Arbeit zählen. „Ich bin auch Geburtshelferin.“ Sie ist zuversichtlich, dass sie und ihre Kollegen im Kreißsaal am Ende des Jahres rund 800 Kinder entbunden haben werden.

„Das ist eine wunderbare Sache. Zu helfen, Kinder auf die Welt zu bringen, das ist einfach schön“, sagt die Medizinerin mit einem Lächeln. Das Hebammenteam im Kreißsaal sei für sie und ihre Medizinerkollegen eine feste Bank. „Wir sind hier seit etlichen Jahren gemeinsam am Start und kennen einander sehr gut. Das Klima ist toll und das Vertrauen ist da. Und ich glaube, das merken auch die Frauen und ihre Partner, wenn sie zu uns kommen.“

Langgediente Fachkräfte sind die Hebammen Marion (r.) und Raphaela.

Viele der Frauen, die ihre Kinder im Lüdenscheider Klinikum zur Welt gebracht haben, kommen nach der Entbindung noch einmal zu Besuch in den Kreißsaal – „um uns den Nachwuchs stolz zu präsentieren. Das freut uns immer ganz besonders“, berichtet Angelika Weber. Die Anbindung an die Klinik sei auch über die Hebammen gegeben, die die Frauen und ihre neugeborenen Kinder nach der Geburt in den ersten Wochen auch zuhause begleiten. „Und dann ist da ja auch noch die Eltern- und Geschwisterschule, die drei unserer Hebammen aufgebaut haben.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare