Klinikum Lüdenscheid

Innovationen geben Hoffnung - Die Augenklinik

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Dr. Susanne Kaskel-Paul, Direktorin der Augenklinik am Klinikum Lüdenscheid, bei der Arbeit im OP.

Lüdenscheid - Die Lüdenscheider Nachrichten stellen im Rahmen einer Serie alle Fachkliniken des Klinikums Lüdenscheid vor. Dabei werden das jeweilige Leistungsspektrum aufgezeigt und Einblicke in die Arbeit der Mediziner und Pflegekräfte gegeben. Teil 13 beschäftigt sich mit der Augenklinik.

Die Augenheilkunde fasziniere sie noch immer sehr, betont Dr. Susanne Kaskel-Paul. „Es bewegt sich so unglaublich viel in diesem Fach. Ständig haben wir es mit Innovationen zu tun, mit neuen Behandlungsverfahren, neuen Diagnostikmöglichkeiten. Es bleibt immer spannend bei uns“, erklärt die Direktorin der Augenklinik am Klinikum Lüdenscheid.

Nicht alle Innovationen bewähren sich in der Praxis über längere Zeit. „Es gibt auch Verfahren oder Implantate, die sich nicht durchsetzen können. Aber generell gilt: Die Augenheilkunde ist sehr entwicklungsfreudig.“

Vor 25 Jahren habe die Welt in der Augenheilkunde noch ganz anders ausgesehen. „Da konnten die Kollegen den Patienten, die mit einer Makuladegeneration, also einer Erkrankung der Netzhaut, zu ihnen kamen, nur Trost zusprechen. Der komplette Verlust des Sehvermögens war damals meistens unausweichlich. Heute ist das anders“, kann Susanne Kaskel-Paul Betroffenen Hoffnung machen.

Erblindung bei Grünem Star inzwischen selten

Gleiches gelte auch für Menschen mit Grünem Star. „Da denken immer noch viele Menschen, dass es Schicksal ist, durch diese Krankheit zu erblinden“, erklärt die Klinikdirektorin. Aber dem sei nicht so: „Mehr als 90 Prozent der Betroffenen können wir heutzutage mit Augentropfen behandeln, die den Augeninnendruck senken. Die wenigsten Patienten benötigen eine Operation. Und eine Erblindung kommt nur noch in seltenen Fällen vor.“

Gang zum Augenarzt kein Luxus

Wichtig sei eine gute und verantwortungsvolle Vorsorge. „Der Gang zum Augenarzt ist kein Luxus. Viele Erkrankungen können im Frühstadium erkannt und dann gut behandelt werden“, berichtet Susanne Kaskel-Paul. So sei ein erhöhter Augeninnendruck ein deutlicher Hinweis auf den Grünen Star. „Und den Augeninnendruck kann jeder Augenarzt ganz schnell messen. Das ist keine langwierige, schmerzhafte Prozedur“, wirbt die Augenärztin für Vorsorgeuntersuchungen.

Grauer Star: Operation in 15 Minuten 

Der Graue Star, der vor allem ältere Menschen betreffe, könne ebenfalls gut und weitgehend ambulant behandelt werden, berichtet die Direktorin der Augenklinik. „Wir tauschen in einem solchen Fall die eigene Linse des Auges durch eine Kunstlinse aus. In der Regel ist nur eine örtliche Betäubung erforderlich. In 15 Minuten ist meistens alles vorbei. Das ist die häufigste Operation in unserem Fach und auch bei uns an der Klinik“, erklärt Susanne Kaskel-Paul.

Bei Augenoperationen ist Fingerspitzengefühl gefragt.

Neben den Star-Operationen gehören am Vorderabschnitt des Auges die verschiedenen Glaukomoperationen einschließlich der Kanaloplastik als nichtfiltrierendes Verfahren, Lid- und Tränenwegschirurgie, Schieloperationen und Eingriffe an Binde- und Hornhaut bis hin zu Hornhautverpflanzungen zum Leistungsspektrum der Augenklinik am Klinikum Lüdenscheid.

„Dazu kommt die komplette Netzhaut- und Glaskörperchirurgie, dazu gehören die Operationen der Netzhautablösung und die Vitrektomie bei den verschiedensten Indikationen, aber auch die intravitrealen Injektionen“, zählt Susanne Kaskel-Paul auf. Ein weiterer wichtiger Aufgabenbereich der Augenklinik ist die Verletzungschirurgie. „Da haben wir relativ viel zu tun. Die Menschen kommen zum Beispiel mit Metallsplittern im Auge oder Verätzungen zu uns“, berichtet die Augenärztin aus der Praxis.

Rasante Entwicklung bei Implantaten

Einen Blick in die Zukunft der Augenheilkunde wirft Susanne Kaskel-Paul mit der Hoffnung auf immer bessere und ausgereiftere Implantate und Medikamente, die weitere Operationen unnötig machen: „Ich sage immer: ‘Da kommt noch was!’ Gerade bei den Implantaten ist die Entwicklung rasant.“

Versorgung weit über den Kreis hinaus

Die Mitarbeiter der Augenklinik: Im Team gibt es zurzeit nur zwei Männer.

Der Ruf der Augenklinik reicht weit über den Märkischen Kreis hinaus. „Wir versorgen Patienten aus dem Raum Siegen-Wittgenstein, aus dem Kreis Olpe, aus dem Nordkreis und sogar gelegentlich aus dem Westerwald. Es gibt in vielen Regionen keine Augenkliniken mit 24-Stunden-Versorgung, so erklärt sich dann auch unser relativ großes Einzugsgebiet“, erklärt Susanne Kaskel-Paul. Diese große Aufgabe stemme sie gemeinsam mit einem eher kleinen Team. Zwei Oberärztinnen, eine frischgebackene Fachärztin und fünf Assistenzärzte gehören zu den Mitstreitern von Susanne Kaskel-Paul.

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