Senioren-Union „richtig sauer“ auf Kuckart

Marianne Weber: „Kindergärten gehören in die Stadt.“

LÜDENSCHEID ▪ Empört und „richtig sauer“ reagiert Lüdenscheids Senioren-Unionsvorsitzende Marianne Weber auf die Kinderlärm-Äußerungen des Landesvorsitzenden Leonhard Kuckart. Er hatte wie berichtet erklärt, die Senioren-Union in der CDU spreche sich dagegen aus, den Bau von Kindertageseinrichtungen innerhalb von reinen Wohngebieten grundsätzlich zuzulassen.

„Das ist eine Frechheit“, erklärte Weber. Kuckart habe seine Meinung bereits beim letzten Landesdelegiertentag im vergangenen Jahr in Duisburg vorgebracht – und sei damit auf einhellige Ablehnung gestoßen. „Er ist von zahlreichen Delegierten, auch aus dem Märkischen Kreis, heftig angegriffen worden“, erklärte die Lüdenscheiderin. Er habe mit seiner Ansicht, dass Kinder nicht überall das Recht haben zu spielen und zu toben, allein gestanden. Und jetzt presche er ein dreiviertel Jahr später erneut mit einem Alleingang im Namen der Senioren-Union vor.

Diese Nachricht habe die Mitglieder des Kreisvorstands MK in einer Sitzung am Donnerstag in Neuenrade erreicht, sagte Weber. „Wir waren alle entsetzt.“ Marianne Weber ist stellvertretende Kreisvorsitzende. Und auch der Bundesvorsitzende Prof. Dr. Otto Wulff billige Kuckarts Ansichten nicht.

„Kindergärten gehören in die Stadt“, betonte Weber. Sie könne ja verstehen, dass sich Anwohner von Bolzplätzen, auf denen bis tief in die Nacht gelärmt werde, beschweren. Aber wer an einem Kindergarten oder Spielplatz wohne, der müsse sich damit abfinden, dass es dort lauter zugehe als anderswo.

Die Lüdenscheider scheinen das grundsätzlich auch so zu sehen. Weder im Jugend- noch im Ordnungsamt seien irgendwelche Klagen über Lärmbelästigung im Umfeld von Kindertageseinrichtungen oder Kinderspielplätzen registriert. Dies teilte auf Anfrage Stadtpressesprecher Wolfgang Löhn mit. ▪ wok

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