Familienzentrum Rappelkiste: „Alles aus einer Hand“

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Nicole Werth leitet das SOS-Familienzentrum „Rappelkiste“, das es seit 2007 in der Anlage an der Claudiusstraße gibt und ein vielfältiges Programm für Eltern und Kinder bietet.

DICKENBERG -  Im früheren SOS-Kinderdorf-Mutterhaus wurde 1995 die Kindertagesstätte „Rappelkiste“ gegründet. Inzwischen ist daraus ein Familienzentrum geworden, dessen Leitung und Koordination in den Händen von Nicole Werth liegt. Im Rahmen unseren kleinen Serie zum Stadtteil Rathmecke/Dickenberg statteten wir der Einrichtung einen Besuch ab.

20 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren – vorrangig aus den Stadtteilen – werden in dem Haus mit den vielen kleinen Räumen, aber auch oft draußen betreut. „Das Gebäude ist wie ein Einfamilienhaus. Das schafft gleich eine familiäre Atmosphäre und wirkt sehr behaglich“, sagt die Erzieherin. Dies ist auch wichtig, um Eltern im Elterncafe zu erreichen und ihnen die Bildungs- und Unterstützungsangebote näher zu bringen.

Das Elterncafe, das immer freitags öffnet, versteht sich als ein niederschwelliges Angebot. „Die Eltern gehen sehr offen miteinander um, fragen viel und nehmen Hilfen mit; zum Beispiel, wenn ihre Kinder gerade die Trotzphase durchlaufen, was ja normal, aber eben auch anstrengend ist“, erklärt die 38-jährige Expertin. Kompetenz und Mut will sie mit ihrem dreiköpfigen Team, das durch eine Praktikantin im Anerkennungsjahr komplettiert wird, vermitteln. Frühe Hilfen, deren Netzwerk Nicole Werth auch für den Märkischen Kreis koordiniert und Kommunen betreffen, die kein eigenes Jugendamt haben, sind ebenfalls eine zentrale Aufgabe. Ab Januar übernimmt das SOS Kinderdorf zusätzlich die Trägerschaft für eine zwei-gruppige Kita im ehemaligen Domizil des Kinderschutzbundes an der Freiherr-vom-Stein-Straße.

Aber zurück zum Dickenberg: Im Familienzentrum finden Themenabende zur Erziehung statt – „quer durchs Gemüsebeet“ –, Elternbildungskurse, Bewegungsprogramme, Erste-Hilfe-Kurse, Koch- und Bastel-Kurse und vieles mehr. „Wir fragen bei den Eltern ab, was gewünscht wird, welche Dinge ihnen wichtig sind und stellen daraufhin unser Programm zusammen. Dabei kooperieren wir mit mehreren Partnern wie zum Beispiel der Berglandklinik, der Arbeiterwohlfahrt, auch mit der Kindertagesstätte Rathmecke. Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zu anderen Einrichtungen“, betont Nicole Werth. „Miteinander statt gegeneinander“ lautet daher auch die Devise.

„Es geht darum, das Betreuungsnetz so eng wie möglich zu knüpfen, herauszufinden, welche Ressourcen und Stärken die Eltern haben, darauf aufzubauen und sie zu unterstützen.“ Dabei kann ihr Team auch professionsübergreifend auf alle Fachkräfte im SOS Kinderdorf zurückgreifen. „Das hat dann den Vorteil, dass wir hier im Stadtteil alles aus einer Hand anbieten können.“

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