"Vayy Vayy" von Fard

Seine Songs wurden millionenfach gehört: Rapper dreht in Lüdenscheid

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Videodreh bei Eiseskälte: Rapper Fard (links) und sein Team auf dem Gelände der Autoverwertung von Lüdenscheiderin Sandra Manß.

Lüdenscheid – Seine Videos werden millionenfach geklickt - für den Dreh seines neuen Werks "Vayy Vayy" war Rapper Fard nun in Lüdenscheid. Und wir waren dabei.

Mehr als 30 Millionen Mal wurde sein Musik-Video „Reich & Schön“ auf dem Videoportal Youtube angeklickt. Für sein neues Werk „Vayy Vayy“ war der deutsch-iranische Rapper Fard nun in Lüdenscheid.

Hier drehte er gemeinsam mit seinem Team bei eisiger Kälte und zwischen alten und teils kaputten Karosserien auf dem Schrottplatz der AVL Autoverwertung an der Dammstraße. Das Video ist seit Donnerstagnacht online. 

Burnout auf dem Autodach

Der Boden ist gefroren – trotz der Dunkelheit ist das leichte Glitzern der Eisschicht auf der Karosserie zu sehen, Scheinwerfer erhellen sie auf dem Schrottplatz an der Dammstraße. Die Atemluft des Videodreh-Teams steigt wie Rauchwolken auf, an diesem Abend vor knapp zwei Wochen waren es weniger als 5 Grad unter Null. 

Von ihrem Vorhaben lässt sich die vierköpfige Truppe aber nicht abbringen: „Wir machen hier gleich einen Burnout auf dem Auto, eine Art Stunt, und der Künstler wird davor stehen“, erklären Produktionsleiter Max Leibowitsch und Director Leeroy Klauhs. 

Das Video vom Dreh

Bei dem Wetter besonders schwierig: Die Supermoto-Maschine steht auf dem Autodach bereit, der junge Fahrer klettert auf die extrem rutschige Karosserie und lässt die Reifen der Maschine durchdrehen, bis es raucht.

„Sei bloß vorsichtig“, sagt Fard (34), der eigentlich Farhad Nazarinejad heißt, mit leicht besorgtem Blick – inzwischen ist er auf dem Schrottplatz angekommen. 

Videodreh zu Fards "Vayy Vayy"

Aber schnell geht´s weiter: „Welche Jacke? Mit Baskenmütze oder ohne? Ok, mit, das ist cooler“, spricht er noch schnell die letzten optischen Details für den Dreh ab, der noch bis in die Nacht dauern wird. Das Team bereitet währenddessen Licht, Nebel und Schneemaschine vor – alles muss passen. 

Doch ein wenig Zeit zum Quatschen bleibt dem Künstler aus Gladbeck noch, der bereits seit zehn, zwölf Jahren für die „breitere Masse“ rappt, wie er erzählt. Seine Eltern kommen aus dem Iran, dort ist auch er geboren, allerdings bereits als Kleinkind nach Deutschland gereist.

Erste Zwischenstation war ein Flüchtlingsheim in Frankfurt, „da habe ich Geschichten mitgemacht“, erinnert er sich nur kurz. Später ging‘s in den Ruhrpott, nach Gladbeck. 

Dort ist er auch geblieben: „Ich war auch mal woanders, hatte eine Wohnung in Köln und war ein bisschen weltenbummlermäßig unterwegs. Aber für mich war immer klar, dass ich zurück in den Ruhrpott komme – ich bin halt ein Ruhrpottjunge und das werde ich bis an mein Lebensende bleiben. Die Menschen hier sind direkt, gut drauf, und auch ein bisschen atzenmäßig.“

Seinen Lebensstil, „Lifestyle“, will er unter anderem in dem Video zu „Vayy Vayy“ ausdrücken, erklärt er. „Das ist ein ganz giftiges Lied. Aber das ist natürlich eine Kunstform, die wir hier machen – ganz explizit die Lyrics.“ 

Hier das Video zu "Vayy Vayy"

Und die Schrottplatz-Atmosphäre passt: „In dem Lied wird mehr oder weniger mein Lifestyle glorifiziert, aber auch die Unterwelt, aus der wir alle ein bisschen stammen. Aber natürlich nur auf musikalischer Ebene.“ Und warum hier in Lüdenscheid? „Schrottplätze wie diesen gibt es nicht mehr häufig, das ist hier schon cool“, ist sich das Team einig.

Millionen Klicks

Seit 2008 hat Fard neun Deutschrap-Alben veröffentlicht, zuletzt im Sommer 2018. Immer wieder war er international als auch national unter den Top-5-Album-Charts zu finden. 

Und seine Musik-Videos werden auf dem Portal Youtube millionenfach geklickt: Am häufigsten sein Video zu „Reich und Schön“ – in sieben Jahren waren es mehr als 30 Millionen Mal. 

Doch auch andere seiner Musikvideos knacken die Millionen-Marken: etwa „Hilf dir selber“ (mehr als neun Millionen Klicks), „Seine Geschichte“ (mehr als sieben Millionen Klicks) und „Üff Üff“ (mehr als fünf Millionen Klicks).

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