Turmbau im Loher Wäldchen?

Seilbahn zum Stern-Center: Hauseigentümer müssen "Überflugrechte" gewähren

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Mit dem Astenkick können sich Mutige in Altenastenberg mit über 70 km/h auf einer über einen Kilometer langen Strecke in die Tiefe stürzen. In Lüdenscheid könne laut Ideengeber Björn Jäger mit mehr als 500 Metern die längste Innenstadt-Zipline der Welt entstehen.

Lüdenscheid – „Das Ding ist realisierbar.“ An dieser Kern-Aussage zur Zipline hat sich seit der ersten Präsentation der Idee auf einer Visionärsversammlung im April nichts geändert. Einige Hürden muss die Seilbahn aber noch nehmen. 

Doch nach weiteren Abstimmungsgesprächen in den vergangenen Monaten ist nach wie vor nicht klar, ob das, was in der Theorie möglich ist, auch praktisch umgesetzt werden kann. Denn der Start-Punkt muss bestimmte Vorgaben erfüllen. 

Nur: Die ursprüngliche Idee, auf dem Dach des Hanns-Martin-Schleyer-Hauses auf dem Staberg abzuheben, hat sich aus unterschiedlichen Gründen zerschlagen. Nun wird eine zweite Trasse geprüft. „Meine Euphorie ist nicht gebremst“, betont Ideengeber Björn Jäger. Doch es ist kompliziert. 

Eine Ein-Mann-Seilbahn, die von einem erhöhten Punkt in der Innenstadt nach 40 oder 50 Sekunden Fahrt in luftiger Höhe auf dem Dach des Stern-Centers endet, muss eine Reihe von Bedingungen erfüllen. Umfeld und Statik müssen stimmen. 

Der Zielpunkt auf dem Stern-Center. 

Die Zipline muss im Betrieb einen zwei Meter Sicherheitsabstand zum höchsten Punkt der Flugstrecke einhalten. Das schränkt die Zahl der möglichen Startpunkte drastisch ein. Mittlerweile waren die Zipline-Bauer aus Südtirol nochmals in Lüdenscheid und haben eine zweite mögliche Trasse gefunden.

Außerdem gilt es, Überflugrechte mit Hauseigentümern abzuklären, schließlich wollen die nicht, „dass ihnen bei jeder Fahrt jemand in die Kaffeetasse guckt“. Aber auch bei diesem Punkt ist man zuversichtlich. Unabhängig davon denkt der Ideengeber über eine weitere Startpunktalternative nach.

Neuer Turm im Loher Wäldchen?

„Im Loher Wäldchen einen Turm zu bauen, das wäre toll“, findet Jäger. Dann allerdings wären die Investitionskosten beachtlich, eine Summe von 250 000 Euro steht im Raum. Während sich die Anlage nach zwei Jahren tragen könnte, wenn ein geeignetes Gebäudedach genutzt wird, würde sich ein Turmbau vermutlich erst nach fünf Jahren rentieren. 

Aber die Lebensdauer der Zipline muss schließlich nicht zwangsläufig mit der Innenstadtbaustelle enden. Vordergründig geht es zwar darum, die Baustellenjahre elegant zu überbrücken und Neugierige in die Stadt zu locken. Doch auf lange Sicht hätte die dann mit weit mehr als 500 Metern längste Innenstadt-Zipline der Welt das Potenzial, die weitere Entwicklung des Zentrums zu prägen, glaubt Björn Jäger. Denn der Wandel der Innenstädte wird derzeit viel diskutiert. 

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Angesichts dessen, dass sich das Einkaufen vermehrt ins Netz verlagert, werden Themen wie Gastronomie, Aufenthaltsqualität oder eben auch Freizeitaktivitäten im Zentrum wichtiger. Mit einem eigenen Aktionssport-Areal könnte Lüdenscheid also durchaus punkten. „Ich bin ja in den eigenen Reihen eher als bekloppt denn als visionär erklärt worden“, erinnert sich Jäger.

Die Uhr tickt

Erst als deutlich geworden sei, dass man damit auch Geld verdienen könne, sei das Interesse geweckt worden. Jetzt ist er gespannt auf den nächsten Messtermin mit den Ziplinern aus Südtirol. Denn die Zeit drängt. „Wir müssen ja auch die Chance haben, das vor der Baustelle noch umzusetzen.“

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