Wissenschaft mit Spaßfaktor

Wussten Sie, dass Bananen radioaktiv sind? Science Slam im Kulturhaus

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Die Wissenschaftler um Moderator Marian Heuser brachte das Publikum zum Staunen.

Lüdenscheid - Geduld brauchten die Besucher beim 7. Science Slam im Kulturhaus: Weil die fünf Nachwuchswissenschaftler dringend darauf angewiesen waren, ihre Präsentationen auf die große Leinwand zu werfen, mussten zuvor noch technische Probleme gelöst werden.

Doch dann stürmte das Publikum den letztlich gut gefüllten Theatersaal. Das Interesse an vergnüglichen Kurzvorträgen aus dem Riesenreich der Wissenschaft scheint von Jahr zu Jahr noch zuzunehmen. Fünf Kandidaten aus sehr unterschiedlichen Forschungsbereichen konnte Moderator Marian Heuser begrüßen.

Den sieben Juroren mit Punktetafeln gab er ein paar Bewertungsfragen mit auf den Weg: „Habe ich es verstanden?“ „Hat es mir Freude gemacht?“ Die Spannweite möglicher Bewertungen war weit: „Der Vortrag hat Sie nachweislich dümmer gemacht.“ (ein Punkt) „Sie fragen sich, wie Ihr Leben ein erfülltes sein konnte, ohne diesen Vortrag gehört zu haben“ (zehn Punkte). Marian Heuser empfahl den Juroren, in den Beratungen mit den Sitznachbarn ihre demokratische Gesinnung zu zeigen: „Weil das immer weniger wird, erkläre ich das.“

Nach diesen Ratschlägen ging es mit Anna Müllner vom Deutschen Krebsforschungsinstitut Heidelberg mitten hinein in die Welt mehr oder weniger krebserregender Stoffe. Dass Rauchen, Alkohol und Radioaktivität der Gesundheit nicht zuträglich sind, ist bekannt. Weniger bekannt ist hingegen, dass Bananen ein bisschen radioaktiv sind. Das fällt aber gar nicht ins Gewicht, weil der Weg zu einer nennenswerten Erhöhung der persönlichen Strahlenbelastung recht weit ist: „Wenn Sie pro Jahr 200.000 Bananen essen, haben Sie ein anderes Problem als Radioaktivität.“ Garantiert nicht krebserregend ist Caprolactam. Aber wer möchte deshalb Nylonstrümpfe tragen?

Dem Abgrund zwischen Studium und pädagogischer Praxis ging Christoph Vogelsang vom Zentrum für Bildungsforschung der Uni Paderborn nach. Andrea Hermsen nutzte ihr Wissen aus dem Studium der physikalischen Chemie, um „Mordopfern“ Gerechtigkeit zukommen zu lassen. Evolutionsbiologe Harald Kullmann hielt einen Vortrag über das Aussterben. Dieser mündete in die mit der Despoten-Echse „Tyrannosaurus Rex“ bebilderte Feststellung: „Aussterben ist unumkehrbar.“ Daneben befanden sich allerdings die Portraits von Donald Trump, Kim Jong-un und Recep Erdogan, die diesen Grundsatz der Evolution in Frage stellten.

Denkbar knapp mit nur einem Punkt Abstand landete Harald Kullmann auf Platz zwei hinter der Siegerin Ann-Charlott Schneider – wir berichteten. Die Medizinerin aus Köln hatte zwar ein sehr spezielles Thema: Was kann die Medizin gegen Abstoßungsreaktionen nach Hornhauttransplantationen am Auge tun? Ihre vergnüglichen Ausführungen waren aber derart gespickt mit Immunzellen-Kuscheltieren und unterhaltsamen Vergleichen zwischen Lymphbahnen und der Deutschen Bahn, dass die Juroren ihr letztlich die Trophäe, den „Goldenen Hirnheimer“ zuerkannten.

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