Kampf gegen Durchfeuchtung

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Der Baustoff-Sachverständige Bernwart Jungermann nimmt Probebohrungen vor.

Lüdenscheid - Bernwart Jungermann bohrt und misst aus dem Krankorb heraus in luftiger Höhe, aber auch unten im Mauerwerk, begutachtet Fugen und Mörtel, nimmt Proben, um sich ein genaues Bild zu machen.

Der Sachverständige für Baustoffe begutachtete am Mittwoch besonders den Turm der katholischen Kirche St. Joseph und Medardus, um Mittel im Kampf gegen die Durchfeuchtung zu finden.

Der Kirchenvorstand der Pfarrgemeinde St. Medardus hatte im Mai in Absprache mit dem zuständigen Architekten des Bistums Essen beschlossen, einen neutralen Sachverständigen mit der Erstellung eines Gutachtens zu beauftragen, um die Ursache herauszufinden und mögliche Gegenmaßnahmen treffen zu können. Ergebnisse gab es natürlich noch nicht.

Bernwart Jungermann wird die Materialproben zunächst einmal analysieren müssen. Die gesamte Bauphysik der Turmwände wird der Experte unter die Lupe nehmen. „Fehlstellungen im Mauerwerk gibt es immer, und Nässe setzt natürlich dem Mörtel und den Verfugungen zu“, sagt er. Die Kirche im Stil der Backsteingotik ist fast 130 Jahre alt, der rund 57 Meter hohe Turm kam 1927 dazu und bereitet dem Kirchenvorstand Sorgen.

Gerhard Brüser, Sprecher des Bauausschusses, zeigt auf das Gewölbe neben der Orgelbühne. Putz ist in großen Flächen von der Wand gebrökelt. „Im Turm haben wir bereits im vergangenen Jahr ein Auffangbecken für den direkten Wassereintritt gebildet, aus dem dann gezielt das Wasser in entsprechende Abflüsse geleitet wird. Dadurch konnten bisher weitere Schäden im Turm und dem ja schon beschädigten Gewölbe neben der Orgel vermieden werden“, erklärt er.

Sind die Ursachen für die Durchfeuchtung ermittelt, werde geprüft, ob bei den Sanierungsarbeiten im 1. und 2. Bauabschnitt der Kirchenfassadensanierung Fehler gemacht worden seien, wer dafür verantwortlich sei oder ob eventuell generelle bauliche Ursachen dafür in Frage kämen. Auch im seitlichen Kirchenschiff auf der Südseite kommt es stellenweise zu Durchfeuchtungen, die Bernwart Jungermann am Mittwoch gleich mit untersuchte. Die Auswertung wird aber einige Monate dauern. Solange gilt es, der Nässe weiter möglich effizient entgegenzuwirken.

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