Schwerer Vorwurf gegen Lackierer

Lüdenscheid - Seit zwei Monaten sitzt ein 39-jähriger Lüdenscheider im Hagener Gefängnis in Untersuchungshaft. Er soll in der Nacht zum 3. Februar versucht haben, seine Lebensgefährtin umzubringen. Die Ermittlungsbehörden haben bisher zu dem Fall geschwiegen.

Von Olaf Moos

Vor drei Wochen klagte die Staatsanwaltschaft den Mann wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung an. Das bestätigte gestern der Pressesprecher des Landgerichts, Jan Schulte.

In der Wohnung am Asenberg spielte sich nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft ein fast tödliches Drama ab. Wie es heißt, kam der gelernte Maler und Lackierer am späten Abend betrunken nach Hause. Es gab Streit mit seiner Partnerin. Der endete zunächst damit, dass die Frau aus dem Schlafzimmer auszog und sich im Wohnzimmer auf die Couch legte.

Der damals 38-Jährige soll der auf dem Bauch liegenden arglosen Frau ein Kissen auf den Hinterkopf gedrückt und ihr Gesicht so lange in das Polster gepresst haben, bis sie fast das Bewusstsein verlor. Erst als die elfjährige Tochter in dem Zimmer auftauchte und ihrer Mutter helfen wollte, habe der Angeklagte von seinem Opfer abgelassen.

Die Verteidigung des Mannes wird der Lüdenscheider Rechtsanwalt Frank-Peter Rüggeberg übernehmen. Sein Mandant, sagte Rüggeberg gestern im LN-Gespräch, räume ein, dass es einen Streit mit seiner Freundin gegeben habe, bestreite aber jegliche Tötungsabsicht.

Wie Gerichtssprecher Schulte sagte, ist der Lüdenscheider „nicht unerheblich vorbestraft“. In seinem Register finden sich demnach elf Eintragungen – laut Schulte Trunkenheits- und Verkehrsdelikte, Betrugsstraftaten und mehrere Körperverletzungen. Auch zwischen den Lebenspartnern soll es in der Vergangenheit mehrfach zu tätlichen Übergriffen gekommen sein.

Rechtsanwalt Rüggeberg hat inzwischen versucht, für seinen Mandanten eine Haftverschonung zu erwirken – allerdings erfolglos. Die Zahl der Vorstrafen einerseits und andererseits die Tatsache, dass aktuell weitere Verfahren wegen Brandstiftung, räuberischer Erpressung und Bedrohung anhängig sind, haben einer Entlassung aus der U-Haft im Wege gestanden.

Der Prozess wird vor dem Schwurgericht in Hagen eröffnet. Ein Termin steht noch nicht fest.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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