Schwerer Unfall nach illegalem Autorennen in Lüdenscheid - mit nagelneuem AMG-Benz

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Der fast fabrikneue AMG-Mercedes eines 29-jährigen Dortmunders hatte nach dem Unfall auf der Lennestraße nur noch Schrottwert.

Lüdenscheid - Nach einem mutmaßlichen illegalen Autorennen auf der Lennestraße hat die Hagener Staatsanwaltschaft jetzt die Ermittlungen übernommen.

Es war ein spektakulärer Verkehrsunfall, nun läuft bei der Hagener Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf illegales Autorennen, ein Sachverständiger hat seine Arbeit aufgenommen. 

Am späten Abend des 11. Januar raste ein Autofahrer mit einem fast neuen schwarzen C-Klasse-Mercedes 220d mit AMG-Tuning-Ausstattung die Lennestraße hoch in Richtung Worth-Kreuzung, geriet vor dem Alexandros-Restraurant an den Bordstein und „segelte“ über die Mittelinsel vor einen Ampelmasten. 

Der Fahrer, ein 29-Jähriger aus Dortmund, bestritt noch in der Unfallnacht, allzu schnell gefahren zu sein. Er habe allenfalls 60 km/h draufgehabt, gab er gegenüber der Polizei zu Protokoll. 

Herauszufinden, wie schnell der Mercedes tatsächlich war, das ist Aufgabe eines Experten. Die Polizei hat einen Gutachter mit der Erstellung eines sogenannten Rekonstruktions-Gutachtens beauftragt. Dazu werden unter anderem Daten aus dem Bordcomputer des Wagens des Beschuldigten ausgelesen. 

Doch die Expertise ist nach Auskunft von Polizeisprecher Christoph Hüls noch nicht fertig. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Sollte sich die erste Aussage des 29-Jährigen als pure Schutzbehauptung entpuppen und er tatsächlich mit einem „Affenzahn“ in der Stadt unterwegs gewesen sein, könnte er wegen einer gemeingefährlichen Straftat angeklagt werden. 

Nach wie vor suchen die Ermittler Zeugen, die Angaben über einen grauen 3er-BMW machen können, dessen Fahrer an dem mutmaßlichen Rennen beteiligt gewesen sein soll. 

Dabei spielt es im strafrechtlichen Sinn keine Rolle, ob der Beschuldigte sich einen Wettkampf mit einem Konkurrenten geliefert hat oder alleine über öffentliche Straßen gerast ist. 

Paragraf 315 d des Strafgesetzbuches sieht in beiden Fällen empfindliche Konsequenzen vor – auch für den, „der sich als Kraftfahrzeugführer mit nicht angepasster Geschwindigkeit und grob verkehrswidrig und rücksichtslos fortbewegt, um eine höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen“. 

Für eine solche Straftat sieht das Gesetz Geldstrafen oder Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren vor. Sollte der Mercedes-Fahrer aus Dortmund angeklagt werden, kann er froh sein, dass bei dem Unfall niemand verletzt wurde. 

Wenn er „Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet“ hätte, würde er mit bis zu fünf Jahren Gefängnis bestraft. Kommt ein Mensch durch ein illegales Autorennen zu Tode oder wird schwer an seiner Gesundheit geschädigt, kann die Freiheitsstrafe sogar bis zu zehn Jahren dauern.

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