Unwetter: Massenflucht vom Booster-Gelände

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Regentanz in Lüdenscheid: Das Unwetter fegte den Festival-Platz leer.

Lüdenscheid – Die Massenflucht setzte gestern Abend gegen 20.30 Uhr ein. Spielte die John-Porno-Band auf dem Gelände von Mercedes Jürgens noch bei schweißtreibenden Temperaturen, so schaffte die Coverband Booster nur noch viereinhalb Songs, bevor nichts mehr ging.

Blitze am Himmel, Donnergrollen und heftige Regenfälle durchnässten tausende Besucher in rasantem Tempo bis auf die Haut. Allen Wettervorhersagen zum Trotz hatten die wenigsten Regenschirme mit auf das Gelände im Olpendahl gebracht. Man kam in T-Shirt, Rock und kurzen Hosen und freute sich auf einen schönen Sommerabend.

Björn Weiß überbrachte Grüße der Stadt, lobte das soziale Engagement des Autohauses – der Reinerlös fließt in karitative Projekte in Lüdenscheid – und schloss mit den Worten: „Sie alle wollen Musik hören und nicht mich.“ 

Tausende hatten sich in den frühen Abendstunden einmal mehr auf den Weg gemacht, um das „kleine Stadtfest“ bei Mercedes Jürgens zu besuchen, sich mit Freunden zu treffen. Zum 24. Mal richtete das Autohaus das Festival auf seinem Betriebsgelände aus, der Lüdenscheider Männerchor sorgte an einem mehrere Meter langen Bratwurststand dafür, dass niemand hungern musste.

Booster 2

Frontmann Markus Hartkopf (John-Porno-Band) bedankte sich für die Einladung. Zum dritten Mal dürfe man Booster supporten. Blumen gab's für die „Herz-Damen“ des Festivals, Sigrid Mauter und Marlies Schröder, für ihren unentwegten Einsatz in Sachen „Booster“. „Ich hoffe, es wird nicht ganz so schlimm“, sagte schließlich Booster-Frontmann René Pütz mit Blick zum Himmel – aber es wurde.

Ein bisschen massentauglicher Timberlake mit „Say something“, „Riptide“, die Pütz'sche Aufforderung, einen ordentlichen Regentanz hinzulegen, und nach Ed Sheerans „Shape of you“ öffnete der Himmel seine Schleusen. Die Musiker waren gezwungen, in Windeseile ihre Instrumente mit Planen abzudecken und sich in den hintersten Bühnenwinkel zurückzuziehen.

Auf dem Platz nahmen es die Hartgesottenen gelassen. Wem ohnehin schon das Wasser aus den Schuhen lief, der suchte nicht einmal mehr nach einem halbwegs trockenen Plätzchen unter Linnepes Bierständen und ließ sein Bierglas gleich mal voll Regenwasser laufen. Wer wenigstens noch halbwegs trocken war, wartete geduldig auf die Fortsetzung. Und die Rheinländer Frohnaturen packten tatsächlich ihre Instrumente wieder aus und spielten vor dezimierter Masse am Ende der Unwetter weiter.

Booster

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