Schwere Körperverletzung: Prozess beginnt von vorn

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Lüdenscheid - Schwere Körperverletzung, Vorsatz, Beihilfe, unterlassene Hilfeleistung? Das Verfahren um einen folgenschweren Angriff auf einen Rentner am Asenberg zieht sich in die Länge – und muss jetzt neu aufgerollt werden. Die Absagen von drei Zeugen ließen den Prozess am Freitag platzen.

Was genau am späten Abend des 3. Januar 2014 im Treppenhaus des Mietshauses passiert ist bleibt also weiter ungeklärt. Ob der 71-Jährige zuerst zugeschlagen hat, ist genau so offen wie die Frage, ob der Mitangeklagte, ein 27-jähriger Fabrikarbeiter, dabei war.

Das sollte ein Taxifahrer erklären, der die Freunde nach einer schweren Sauferei in einer Wohnung und dem Angriff auf den betagten Nachbarn in die Stadt gefahren hat. Doch der Chauffeur macht gerade Urlaub – bis Anfang Oktober. Ein Prozessbeobachter kommentiert das. „Taxifahrer müsste man sein.“

Inwieweit die Folgen des Faustschlages juristisch den Tatbestand der schweren Körperverletzung erfüllen, hängt vom aktuellen Gesundheitszustand des 71-Jährigen ab. Über Gedächtnisstörungen oder verminderten Antrieb könnte seine Ärztin etwas berichten. Doch die Medizinerin ist ebenfalls im Urlaub.

Und dann ist da ein Vernehmungsbeamter der Polizei. Aber der verweist kurz vor dem Termin auf seine zurückliegende Nachtschicht und bittet darum, den Prozess nicht besuchen zu müssen. Damit gilt sein Fernbleiben offenbar als entschuldigt.

Innerhalb von drei Wochen müsste die Hauptverhandlung nun fortgesetzt werden. Aber die Frist wird überschritten, nun muss der Prozess ganz von vorn beginnen. Wenn sich dann herausstellt, dass der Tatbestand der schweren Körperverletzung erfüllt ist, reicht die Strafgewalt des Richters womöglich gar nicht aus. Dann kümmert sich ein „Gericht höherer Ordnung“ um die Sache. Und es beginnt nochmal von vorn.

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