Schwere Buche kracht aufs Dach einer Autowerkstatt

Äste sind durchs Dach der Autowerkstatt Krämer und Hölscher an der Altenaer Straße geschlagen.

LÜDENSCHEID ▪ Die Buche schlug ein wie ein Blitz aus heiterem Himmel. „Es war am Montagnachmittag so gegen 16.30 Uhr“, sagt Stefan Hölscher von der Autowerkstatt Krämer und Hölscher an der Altenaer Straße. „Wir waren noch in der Werkstatt beschäftigt, auch Kunden waren da, als es plötzlich einen Knall gab und der Baum aufs Dach krachte.“ Glücklicherweise wurde niemand verletzt, aber Äste schlugen durchs Dach und beschädigten auch einen Wagen. Auch nebenan, wo die Autopflege Baratto untergebracht ist, hinterließ der gewaltige Baum deutliche Spuren, die den Betrieb einschränken.

Vermieter Arnold Otto ist empört: „Ich habe den Waldbesitzer schon mehrfach darauf hingewiesen, dass die Standfestigkeit der Bäume an dem Hang nicht mehr gegeben ist. Die sind inzwischen viel zu hoch und bergen einfach die Gefahr, umzukippen.“

Gestern Mittag waren Revierförster Marcus Teuber, der Waldeigentümer und der Vermieter des Gebäudekomplexes vor Ort und begutachteten den Schaden und die Ursache für den plötzlichen Fall der Buche, die nach Angaben Teubers zwischen 80 und 100 Jahre alt sein dürfte. Gleichzeitig wurde der Baum zersägt und abtransportiert, die Löcher am Dach wurden zugedeckt.

Marcus Teuber vermutet, dass der Untergrund durch einen Siepen, der in dem Bereich verläuft, zu einer Wurzelfäulnis habe führen können. Pilze und Witterungseinflüsse führten an einigen Standorten zu einem vermehrten Buchensterben, weil sich Wurzeln zurückbildeten. „Das ist von außen nur schwer erkennbar; wenn überhaupt durch eine schwarze Flüssigkeit, die sich dort bildet.“ Selbst wenn man sich den Baum noch Tage vorher angesehen hätte, wäre der jetzt umgekippte Baum nicht aufgefallen. Vielleicht habe sich, als der Baum gefallen sei, eine Windböe dort verfangen. Hinzu kommt der Niederschlag am Sonntagabend. Aber das sei Spekulation. „Das müsste man mal beim Meteorologischen Dienst nachfragen“, sagt Teuber. Man habe sich aber darauf geeinigt, zwei Bäume in dem Bereich kurzfristig wegzunehmen und im Herbst im laublosen Zustand noch mal nachzufassen. Ob die Grundbesitzerhaftpflicht des Eigentümers in diesem Fall versicherungstechnisch greift, ist offen. Dafür müsste ein konkretes Verschulden des Besitzers nachgewiesen werden. Doch der sei nicht untätig, betonte Teuber, und führe immer wieder Sichtkontrollen durch.

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