9 Volt Nelly zum Auftakt der "Lüsterklemme"

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9 Volt Nelly stellte das Programm "Ich möchte ein Eisberg sein" vor.

Lüdenscheid - Eingedeckt mit Bier, Wein, Mettbrötchen und Salzbrezeln warteten rund 150 Gäste am Freitagabend in der Garderobenhalle des Kulturhauses gespannt auf den Startschuss für den Wettstreit um die „Lüdenscheider Lüsterklemme“. Lea Whitcher und Jane Mumford stellten ihr Programm „Ich möchte ein Eisberg sein“ vor, bislang nur in der Schweiz gespielt und nun als Premiere auf einer deutschen Bühne.

Die beiden Kabarettistinnen spielten als Frau Heini und Frau Schmidli die „Radikalisierung der Frau Heini“ nach – an Bord des Mittelmeer-Kreuzfahrtschiffes „MS Europa of the Seas“. War das Intro noch etwas zäh, so legten die Damen nach dem „Einchecken“ an Bord so richtig los. In verschiedenen Kostümen waren sie mal die beiden „ganz normalen Schweizer Frauen“, dann wieder Animateurinnen oder auch Sängerinnen, einschließlich der Kollision mit dem Eisberg und dem unvermeidlichen Untergang.

Das Programm war gespickt mit musikalischen Spitzen. Vornehmlich hielten die beiden Schweizerinnen dem Volk den Spiegel der Flüchtlingspolitik und ihren Folgen vor. So machte sich Frau Schmidli umgehend an den Poolboy Tarek ran, Frau Heini überlebte den Eisberg-Crash am Ende nur knapp und schwamm bei Lampedusa an den italienischen Strand.

Kulturhausleiterin Rebecca Egeling erklärte die Spielregeln.

Galant überspielten 9 Volt Nelly die eine oder andere technische Unstimmigkeit. Schade, dass einige Szenen auf dem Bühnenboden gespielt wurden und man sie bereits ab der ersten Stuhlreihe nicht mehr sehen konnte. Im zweiten Teil zogen Mumford und Whitcher als „Apocalypse Sisters“ in den „Gender Jihad“ und forderten im Rap-Stil „mehr Hass“ gegen Frauen. Ob's im Rahmen des Wettstreites um die „Lüsterklemme“ für einen Medaillenplatz reicht, entscheidet das Publikum.

In seinem neuen Kabarettprogramm „Dummikratie – Warum Deppen Idioten wählen“ kämpft Sebastian Schnoy heute Abend an gleicher Stelle für die Aufklärung und gegen den Stumpfsinn. Er liefert politisches Kabarett ohne Zeigefinger. Er klärt, warum die FDP so erfolgreich ist wie Fußpilz. Kaum überwunden, ist sie wieder da. Dummikratie ist Schnoys Rundumschlag gegen jede Form von Vereinfachung. Böse, aber versöhnlich. Lustig, aber oft nachdenklich bleibt er das, was er immer war: ein notorischer Optimist. Der Kabarettist ist dekoriert mit acht Kulturpreisen. Karten gibt's noch an der Abendkasse, Beginn ist um 19.30 Uhr.

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