Schweitzer-Hauptschule wehrt sich gegen Fusion

Norbert Lienesch, Schulleiter der Albert-Schweitzer-Hauptschule, verteidigt den Standort.

LÜDENSCHEID ▪ Unmittelbar nach dem Schließungsbeschluss für die Hermann-Gmeiner-Grundschule geht es jetzt im Schulausschuss am 20. September für die Albert-Schweitzer-Hauptschule (ASH) um Sein oder Nichtsein. Die Verwaltung schlägt vor, dass die Schule ab 2012 auslaufen soll. Dagegen wehren sich jetzt die Eltern.

Wie die LN bereits berichteten, hatten sich zuletzt fast alle Ratsfraktionen dafür ausgesprochen, die Hauptschule an der Kaiserallee mit der Ganztagshauptschule Stadtpark zu vereinigen und den ASH-Standort aufzugeben. Die Schaffung einer neuen Sekundarschule, die Haupt- und Realschüler unter einem Dach vereinen würde, komme für Lüdenscheid nicht in Frage, hieß es unisono.

Die Schweitzer-Schule soll daher schon zum nächsten Schuljahr keine neuen Kinder mehr aufnehmen, die Schüler sollen dann Zug um Zug an den Stadtpark wechseln. Innerhalb von zwei bis drei Jahren, erklärte Schul-Fachbereichsleiter Dr. Wolfgang Schröder, könnte die ASH gänzlich in der Stadtparkschule aufgehen.

Auch die Stadtverwaltung verneint die Sekundarschule für Lüdenscheid. Grundlage dafür ist eine Berechnung des von der Stadt beauftragten Schulgutachters Dr. Garbe. Demnach würden die Realschulen Theodor Heuss und Richard Schirrmann sowie die verbleibende Hauptschule Probleme bekommen, falls mit der Sekundarschule eine neue Konkurrenz um die Schüler auf den Plan tritt.

Und: Sollte am Stadtpark eine Sekundarschule entstehen, wie es jüngst die Lüdenscheider Jusos vorschlugen, müssten laut Dr. Garbe die beiden Realschulen zusammengelegt werden.

Die Verwaltung spricht sich gegen solche Eingriffe in die bestehende Lüdenscheider Schullandschaft aus. Die Schulkonferenz der bedrohten Albert-Schweitzer-Hauptschule verteidigt dagegen ihren Standort. In einer Stellungnahme für den Schulausschuss heißt es: „Die ASH ist in ihrem Bestand nicht gefährdet. Den Zahlen der Untersuchung nach kann sie weiterhin zweizügig geführt werden.“ Dazu erklärt die Verwaltung, dass dies laut den Angaben des ursprünglichen Schulentwicklungsplans zwar stimme. Die Prognose darin fuße aber auf Durchschnittszahlen der letzten fünf Jahre, und die aktuellen Anmeldezahlen lägen deutlich darunter.

In der von Schulleiter Norbert Lienesch übersandten Stellungnahme führen Schüler, Eltern und Kollegium der ASH weiter ins Feld, dass die Zusammenlegung der beiden verbliebenen Hauptschulen zwar technisch möglich, inhaltlich allerdings fragwürdig sei: Es handele sich um sehr unterschiedliche pädagogische und organisatorische Konzeptionen. So habe man es mit einer Ganztags- und einer Halbtagsschule zu tun, die zudem unterschiedliche Konzepte zur Berufsorientierung verfolgen.

Die Konferenz kritisiert die Auflösung zudem als „unzumutbar“, da die ASH erst vor vier Jahren von der Auflösung der Hauptschule Wefelshohl einer solchen Maßnahme betroffen waren. Damals musste ihre Schule Kinder der aufgelösten Hauptschule Wefelshohl aufnehmen: „Besonders die Schüler (bzw.) deren Schulerfolg haben darunter erkennbar gelitten.“

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