Schweitzer-Hauptschule: Entscheidung vertagt

Die Zukunft der Albert-Schweitzer-Hauptschule könnte von einem Schulkompromiss auf Landesebene abhängen.

LÜDENSCHEID - Ob die Albert-Schweitzer-Hauptschule (ASH) ab Sommer 2012 wie geplant „in den Abbau gebracht“ wird oder nicht, entscheidet sich erst in der ersten Schulausschuss-Sitzung nach den Sommerfreien. Der Grund: Bis dahin will die Lüdenscheider Politik den Schulkompromiss auf Landesebene abwarten.

Das erklärte heute SPD-Fraktionschef Ingo Diller. Die Fraktionen waren am Dienstagabend zusammengekommen, um die aktuellen Schließungsfragen zu besprechen. Dabei war die ASH ebenso Thema wie die Frage, ob ein Standort der Verbund-Grundschule Gevelndorf/Hermann Gmeiner geschlossen wird. Während die Entscheidung hier definitiv im Schulausschuss am Dienstag fallen soll, kamen die Ratsfraktionen überein, den Beschluss zur Hauptschule zu vertagen. Diller betonte aber, dass die Empfehlung der Verwaltung, die Hauptschule ab dem Schuljahr 2012/13 auslaufen, also keine neuen Schüler mehr aufnehmen zu lassen, damit nur aufgeschoben sei. Er plädiere dafür, in der ersten Sitzung des Schulausschusses nach den Ferien auch dann eine Entscheidung zu fällen, wenn der Schulkompromiss des Landes, bei dem es um die flächendeckende Einführung der Gemeinschaftsschule geht, bis dahin noch nicht steht.

Das „Auslaufen“ einer Hauptschule, wie in Buckesfeld und Wefelshohl geschehen, darf laut Schulgesetz maximal drei Jahre dauern, meist geht es aber schneller. Im Fall der Albert-Schweitzer-Hauptschule wären demnach zahlreiche Schulwechsel von Kindern zur Ganztags-Hauptschule Stadtpark die Folge, sollte es in Schulausschuss und Stadtrat zum bisher empfohlenen Beschluss kommen. Die ASH hatte zuletzt nur 18 Anmeldungen für eine Eingangsklasse erhalten, der Schulgutachter allerdings sagt ihr für die Folgejahre wiederum eine stabile Zweizügigkeit voraus. ASH-Leiter Norbert Lienesch hatte zudem darauf verwiesen, dass gerade Hauptschüler in kleineren Klassen besser zu fördern sind.

Zu den Grundschulen: Den Aussagen aus der Politik zufolge dürfte es am Dienstag im Schulausschuss nicht mehr ums Ob, sondern nur noch um das Wo der Schließung eines Standortes der Grundschule Gevelndorf gehen. Hierzu übergab die interfraktionelle Runde am Dienstag der Stadtverwaltung einen Fragenkatalog. Bekanntlich wollen die Politiker wissen, welche Schließung weniger schmerzhaft für betroffene Kinder und Familien und was finanziell günstiger für die Stadt wäre. Auch Bürger aus der Rathmecke bereiten indes einen Fragenkatalog vor, der heute im Rathaus vorgelegt werden soll.

Zugleich wurde bekannt, dass es offenbar schon Interesse eines freien Schulträgers an einem Standort in Lüdenscheid gibt. Wie berichtet, will die CDU, dass die Stadtverwaltung sofort nach einem Schließungsbeschluss einen solchen Träger sucht.

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