Schwarzkopf bleibt CDU-Chef

Mit dieser Truppe will die Lüdenscheider CDU die Aufgaben der Zukunft angehen. Eine davon dürfte sein, den Mitgliederschwund innerhalb der Partei aufzuhalten. Das jedenfalls forderte der alte und neue Vorsitzende Ralf Schwarzkopf (vierter von rechts). - Fotos: Schmidt

LÜDENSCHEID -  Mit diebischer Freude als CDU-Wahlhelfer belächelt zu werden – das hätte sich Peer Steinbrück vor Zeiten wohl nicht träumen lassen. Inzwischen ist es aber so gekommen. So etwa bei der jüngsten Mitgliederversammlung der Lüdenscheider Christdemokraten.

Der örtliche CDU-Chef Ralf Schwarzkopf wählte dabei angesichts des umstrittenen Steinbrück-Verhaltens diese Worte: „Der Kandidat der SPD ist ja kein echter Kandidat, er ist unser bester Mitspieler.“ Doch trotz guter Umfragewerte für die Union – allzu siegessicher mochte sich Schwarzkopf in Hinblick auf die Bundestagswahl im Herbst dann doch nicht geben: „Das Rennen ist noch nicht gelaufen.“

Schwarzkopfs Auftritt war einer der Schwerpunkte des CDU-Treffens. Vor mehr als 50 Parteifreunden setzte der Lüdenscheider CDU-Vorsitzende dabei auch zur politischen Standortbestimmung der Union an. Dabei gab es einmal sogar Lob für die SPD – als Schwarzkopf der Sozialpolitik unter Ex-Kanzler Schröder Respekt zollte.

Ansonsten wehrte sich Schwarzkopf gegen Steuererhöhungen und verteidigte die Zeit- und Leiharbeit – „weil sie den Unternehmen Luft zum Atmen gibt.“ Vorkommnisse wie jüngst beim Internet-Händler Amazon geißelte aber auch der CDU-Vormann.

Die im Lande längst ausgebrochene Diskussion um Mindestlöhne, prekäre Beschäftigungsverhältnisse und soziale Kluft streifte Schwarzkopf ebenfalls, vertiefte sie aber nicht unbedingt. Seine Reaktion hier: „So viele Erwerbstätige wie heute gab es bei uns lange nicht mehr. Das Ausland bewundert Deutschland.“

Wie auch immer, neben der Bundespolitik widmete sich Schwarzkopf auch seiner eigentlichen Aufgabe als heimischer CDU-Chef – der Lüdenscheider Lokalpolitik. Dabei verlangte er vor allem eine attraktive City – konkret den Verbleib von Volkshochschule und Musikschule an ihren bisherigen Standorten. Für beide Einrichtungen ist bekanntlich ein Umzug Richtung Stadtrand im Gespräch. Schwarzkopfs Appell: „Lasst die Kultur in der Innenstadt.“

Zweiter Themen-Schwerpunkt an diesem Abend: Vorstandswahlen. Dabei dominierte weitgehend personelle Kontinuität. So wurde Ralf Schwarzkopf mit 52 Ja-Stimmen einmütig als Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes bestätigt. Seine Stellvertreter sind Ingrid Fischer, Oliver Fröhling und Hansjürgen Wakup.

Schatzmeisterin bleibt Dr. Andrea Köhle. Schriftführer Burkhard Sors. Und die zehnköpfige Riege der Vorstandsbeisitzer bilden fortan folgende Christdemokraten: Martin Kahler, Franz Dennis Linnarz, Susanne Mewes, René Pickard, Miriam Schulte, Björn Schöttler, Ernst-Gustav Spieckermann, Jean-Luke Thubauville, Björn Weiß und Rüdiger Wilde. - dt

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