Energieautark und innovativ

Siegfried Schulte investiert rund vier Millionen Euro in den Standort seines Unternehmens an der Jüngerstraße. In einem „Living Office“ werden nach der Fertigstellung innovative Produkte präsentiert.

LÜDENSCHEID - Siegfried Schulte ist in seinem Element. Rund um und in seiner Firma „EVOline“ an der Jüngerstraße tut sich einiges; hör- und sichtbar vor allem hinter dem Komplex der Schulte Elektrotechnik GmbH & Co. KG, wo sich zurzeit Bohrer 100 Meter tief ins Erdreich schieben.

Schulte will energieautark sein, das neue Gebäude, das demnächst oben an der Straße gebaut wird, nur mit der Nutzung von Erdwärme heizen und kühlen. Über Rohrsysteme in Decken und Böden wird dann eine gleichbleibend temperierte Wohlfühlzone herrschen. Daher laufen zurzeit auf dem Grundstück geothermische Bohrungen, über die ermittelt wird, wie viel Erdenergie nutzbar ist. Markus Sommer ist Sachverständiger für oberflächennahe Geothermie.

„Das ist die Nutzung der Erdwärme bis zu einer Tiefe von 400 Metern. Zehn Bohrungen bis zu eine Tiefe von 100 Metern werden aber reichen, um Wärmeleitfähigkeit und Temperaturprofil sowie die physikalischen Parameter zu ermitteln“, sagt er. Ende der Woche dürften die Bohrungen abgeschlossen sein. Erforderlich war zuvor eine wasserrechtliche Genehmigung vom Märkischen Kreis.

Siegfried Schulte will die gewonnene Bodenenergie dann nutzen, um den Anbau an Produktion und Verwaltung zu heizen und zu kühlen. Das neue Bürogebäude selbst benötigt der Unternehmer, um potenziellen Kunden eine Innovation zu präsentieren, mit der er schon am Fraunhofer Institut in Stuttgart und der Vodaphone-Zentrale in Düsseldorf erfolgreich war – der dezentralen Elektrodistribution. „Ich kann ja nicht mit Kunden in diese Einrichtungen fahren. Deshalb will ich die Systeme in einem eigenen Raum vorführen und demonstrieren. Daher wird neben der Vergrößerung der Produktionsfläche auch ein sogenanntes Living Office entstehen.“ Architekt ist Marc Teichert.

Die dezentrale Stromverteilung – „ein Riesenerfolg, wir fahren zwei Schichten“, sagt Schulte – setzt auf eigene Schaltkreise im Boden direkt am Arbeitsplatz statt Sternverdrahtung. „Das bedeutet bis zu 50 Prozent weniger Kabelmenge, bis zu 80 weniger Brandlasten und höherer Flexibilität bei der Belegung und 40 Prozent weniger Kosten.“ - Von Martin Messy

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