Schulschließung: Dienstag fällt die Entscheidung

Nachdem es zunächst hieß, dass der Teilstandort Hermann Gmeiner geschlossen werden soll, schließt die Politik jetzt nicht aus, dass es auch die Gevelndorfer Stammschule treffen kann.

LÜDENSCHEID - Am Dienstag im Schulausschuss soll unwiderruflich die Entscheidung fallen, ob ein Standort der Grundschule Gevelndorf geschlossen wird – und wenn ja, welcher. Der Ausschuss tagt ab 16 Uhr im Ratssaal.

Sollte es die Schließung im Sommer 2012 geben, soll die Stadtverwaltung auf CDU-Antrag sofort für diesen Standort nach einer alternativen Schulform suchen. Die Union will laut Fraktionschef Oliver Fröhling nichts unversucht lassen, den Standort zu retten und im Schulausschuss beantragen, einen privaten Träger zu finden. Er könne den Betrieb übernehmen, und Waldorf- oder Montessorischulen sowie kirchliche Träger gewännen Schüler weit über einen Stadtteil hinaus. „So könnte der Standort langfristig gesichert und beide Grundschulstandorte erhalten werden.“ Die CDU hoffe, dass über die Sommerferien erste Meldungen freier Träger vorliegen.

Damit ist indes auch klar, dass es ein offenes Rennen zwischen der Grundschule Gevelndorf und ihrem Teilstandort Hermann Gmeiner in Rathmecke/Dickenberg gibt. Wie berichtet, hatte die Verwaltung zunächst nur angekündigt, die Gmeiner-Schule im Sommer 2012 zu schließen. In der Stadtteilkonferenz Rathmecke/Dickenberg regte sich dagegen Widerstand. „Das Gutachten mit den vorgelegten Schülerzahlen spricht aber eine deutliche Sprache: An der Schließung eines Standortes führt kein Weg vorbei“, betonte Fröhling. Und: Man hätte mit einem neuen Träger eine andere Schule.

Auch Jens Voß (SPD), Vorsitzender des Schulausschusses, weiß, dass es wegen rückläufiger Schülerzahlen künftig nur noch einen Standort geben kann. „Dabei muss es in erster Linie um die beste Beschulung für die Kinder gehen, um die individuelle Förderung der Kinder und um die Umsetzung der Inklusion, unabhängig vom Standort.“

FDP-Fraktionschef Jens Holzrichter geht ebenfalls von der Schließung eines Standortes aus. „Das ist neben rechtlichen Aspekten auch vernünftig“, man könne nicht halbleere Schulen weiter heizen und reinigen. Die Standort-Entscheidung zwischen Gevelndorf und Rathmecke solle rasch fallen, da sonst ein Gegeneinander beider Stadtteile zu befürchten sei. Zu treffen sei die sicher von Emotionen begleitete Entscheidung allein unter sachlichen Aspekten – etwa baulichen Voraussetzungen, nötigen Pendelverkehren oder der möglichen Vermarktung. Zu alldem habe die Verwaltung Dienstag Fakten vorzulegen.

Für die Albert-Schweitzer-Hauptschule sieht die FDP indes ebenfalls keine Zukunft mehr. „Ihre Schülerzahl hat sich in den letzten fünf Jahren auf unter 300 halbiert, was allein am schlechten Ruf der Schulform lag.“ Dennoch sei die Zusammenlegung mit der Hauptschule Stadtpark nach einer Abbauphase „unvermeidlich“.

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