Schulentwicklungsplan geht jetzt in Auftrag

Wie soll die Lüdenscheider Schullandschaft künftig aussehen? Antworten darauf erhofft sich die Politik aus dem jetzt beauftragten Schulentwicklungsplan.

LÜDENSCHEID - Der zuletzt umstrittene Schulentwicklungsplan (SEP) kommt: Der Schulausschuss beschloss am Mittwoch in nichtöffentlicher Sitzung mehrheitlich die Vergabe des Auftrags an ein Fachinstitut im Rheinland.

Die Haushaltsstelle dafür sieht 20 000 Euro vor, wobei laut dem Ausschussvorsitzenden Jens Voß noch keineswegs feststeht, ob diese Summe auch tatsächlich komplett benötigt wird. Zur Durchführung erklärte Voß, man erwarte „eine ergebnisoffene Herangehensweise“. Wie berichtet, hatte die SPD in dem Fachausschuss vor einigen Wochen den Antrag auf einen Schulentwicklungsplan gestellt, den ausdrücklich nicht die Schulverwaltung, sondern ein auswärtiges Institut erarbeiten sollte.

Hinter SEP-Aufträgen steht grundsätzlich die Erwartung, eine neutrale, sachorientierte Expertise zu erhalten, aus der sich Empfehlungen zur künftigen Aufstellung der Schullandschaft ableiten lassen. Ein Schulentwicklungsplan wird in der Regel Jahr für Jahr fortgeschrieben. Ziel vieler Städte ist es dabei, ein System herauszubilden, das nicht allein von jeweils aktuellen Anmeldezahlen geformt wird, sondern die langfristige Bevölkerungsentwicklung ebenso berücksichtigt wie die schulische Versorgung von Stadtteilen. Auch im öffentlichen Teil der jüngsten Schulausschuss-Sitzung war bekanntlich beklagt worden, dass die freie Elternwahl immer wieder zu Über- oder Unterbelegungen von Klassen an bestimmten Schulen führt.

Als die SPD ihren Antrag vor Wochen im Schulausschuss stellte, gab es Widerstand vor allem auf Seiten der CDU: Ratsherr Norbert Adam äußerte die Befürchtung, dass in Lüdenscheid die Gemeinschaftsschule als neue Schulform „durch die kalte Küche“ etabliert werden solle. Dem widersprach die SPD damals heftig. Sie erntete indes auch Kritik für ihren Vorstoß, weil sie die voraussichtlichen Kosten noch nicht beziffern konnte. Hier liegt mit 20 000 Euro jetzt zumindest die Obergrenze fest.

Laut Jens Voß erwartet die Politik den SEP noch vor den Sommerferien. Die Verwaltung sei beauftragt, den Vertrag mit dem Institut auszuhandeln. Dass Lüdenscheid mit Zukunftsplanungen für Bildungseinrichtungen nicht allein dasteht, wird auch daran deutlich, dass ein zunächst angefragtes Institut aus Dortmund abgewunken hatte – wegen Überlastung.

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