Corona-Pandemie

Schulen im MK: Bei der schrittweisen Rückkehr in die Präsenz geht es auch um Aufarbeitung

Es wird wieder voller: Am Montag kehren alle Jahrgänge zeitweise zurück an die Schulen.
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Nach den Grundschülern sowie den Abschlussklassen kehren ab Montag auch alle anderen Jahrgänge zeitweise zurück an die Schulen. Dabei haben die Einrichtungen ganz individuelle Konzepte für den Wechselunterricht erarbeitet.

Das Aufarbeiten der Erfahrungen in den vergangenen Wochen, die Beziehungspflege, die „sanfte Rückführung“ an die Schulen – wenn ab Montag die Schüler der weiterführenden Schulen aus dem Distanz- in den Wechselunterricht zurückkehren, dann soll eines sicher nicht im Mittelpunkt stehen: die Leistungsüberprüfung.

Lüdenscheid - Vielmehr gehe es darum, die Kinder und Jugendlichen dort abzuholen, wo sie stehen, ihnen das zu geben, was sie derzeit benötigen, und den Unterrichtsstoff nachzuarbeiten. Darüber sind sich alle Schulleiter einig. Um dies bestmöglich umzusetzen, haben sie mit ihren Kollegien für ihre Einrichtungen ganz eigene und individuelle Konzepte entwickelt:

Bergstadt-Gymnasium

„Nach vielen Gesprächen und Abwägungen haben wir uns für das tägliche Wechselmodell entschieden“, erläutert Schulleiter Dieter Utsch. Damit seien die Kinder „gefühlt“ häufiger in der Schule als bei einem wöchentlichen Wechsel. „Das würde wieder viel Distanz bringen“, vermutet Utsch. Stattdessen werden die Klassen nun geteilt und kommen – zunächst bis zu den Osterferien – im täglichen Wechsel. „Wir gehen bei der Gruppenteilung nicht alphabetisch, sondern pädagogisch vor und berücksichtigen dabei auch die Freundschaften der Kinder“, weiß der Schulleiter um die Bedeutung des Wiedersehens. Für die jeweiligen Gruppen im Distanzunterricht gibt es entsprechende Aufgaben, die im Präsenzunterricht nachgearbeitet werden. „Wir sind guter Hoffnung, dass wir damit gut durchkommen“, zeigt sich Utsch optimistisch.

Staberger Gymnasien

Für das wöchentliche Wechselmodell haben sich – in enger Abstimmung – die Staberger Gymnasien entschieden. Das heißt: Die Hälfte der Klasse wird in der kommenden Woche in der Schule unterrichtet, die andere Hälfte in der Woche vor den Osterferien. Dabei greift – je nach Klassenstärke oder Kursbelegung – sowohl die Teilung nach Alphabet als auch nach pädagogischen Gesichtspunkten. Die Schüler im Distanzunterricht würden parallel versorgt und arbeiten von zu Hause aus, wobei die Lehrkräfte für sich und ihr Fach ganz individuelle Lösungen umsetzen können. „Entscheidend war für uns bei allem der Blick auf den Infektionsschutz sowie die Planungssicherheit für Schüler und Eltern“, erläutert Michaela Knaupe, Schulleiterin des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Und René Jaques, stellvertretender Schulleiter des Zeppelin-Gymnasiums, ergänzt: „Es war wichtig und notwendig, für den Staberg eine gemeinsame Lösung zu finden, und ich bin froh, dass dies gelungen ist. Ich bin sehr zuversichtlich, dass dies klappen wird.“

Gesamtschule

Für einen auf die Jahrgänge abgestimmten Wechselunterricht haben sich Schulleiter Frank Bisterfeld und sein Team entschieden. „Mir war ganz wichtig, dass alle Schüler in der nächsten Woche wieder zu uns kommen und nicht einige noch eine weitere Woche warten müssen“, erläutert er im Gespräch. Demnach werden die Jüngsten im täglichen Wechsel jeweils an zwei Tagen an die Schule kommen und den Freitag auf Distanz unterrichtet. Die Jahrgänge 7 bis 10, in denen die Differenzierung aufgelöst werden musste, werden an drei Vormittagen präsent sein, sodass jeder Schüler in jedem Fach einmal vor Ort unterrichtet wird. Die Oberstufe wird – wie zuletzt – per Hybrid-Unterricht beschult. „Auch wenn es natürlich Zeit wird, dass die Kinder wieder in die Schule kommen, so möchten wir auf jeden Fall einen Einstieg ohne großes Risiko.“

Heuss-Realschule

Individuell auf die Bedürfnisse der Schüler abgestimmt ist das Konzept an der Theodor-Heuss-Realschule. „Wir haben uns gefragt, was jeder Jahrgang braucht und wie wir das realisieren können“, erklärt Schulleiterin Christiane Langs-Blöink. Dabei sei immer zu berücksichtigen gewesen, dass man etwa 160 Schüler – also ein Viertel – gleichzeitig an der Gustavstraße verantworten könne. Während die Abschlussjahrgänge täglich kommen, wechseln sich beispielsweise die Fünft- und Sechstklässler täglich ab – und zwar aufgeteilt in zwei große Blöcke mit einer Wechselpause. Zusätzliche Busse sollen für eine weitere Kontaktreduzierung sorgen. Schüler, die entsprechend zu Hause sind, werden – wie zuletzt – digital beschult. „Ich denke, es gibt derzeit kein Richtig und kein Falsch, jede Schule muss das für sie passende Konzept finden“, betont Langs-Blöink.

Schirrmann-Realschule

„Auch uns war es wichtig, die Kinder nach der langen Zeit abzuholen und aufzufangen und zu schauen, wo sie stehen“, verweist Konrektorin Maren Schwarzelmüller auf die Bedeutung der Beziehungspflege gerade für die Jüngsten. Daher werden diese ab Montag zwei Mal in der Woche in geteilten Klassen vor Ort unterrichtet (für vier Stunden), während die Siebt- bis Neuntklässler einmal in der Woche (für sechs Stunden) kommen. Der Abschlussjahrgang wird derzeit an drei Vormittagen auf die Zentralprüfungen vorbereitet. Auch an der RSR gilt: Wer nicht am Präsenzunterricht teilnimmt, lernt weiterhin aus der Distanz.

Hauptschule Stadtpark

„Wir haben uns für den täglichen Wechsel entschieden, weil wir dadurch einen engeren Kontakt zu den Schülern haben, als wenn eine Woche dazwischen läge“, machte Schulleiter Thomas Lammers deutlich. Schüler im Distanzunterricht würden weiterhin mit Material und Aufgaben versorgt. Neben der Teilung der Klassen habe man darüber hinaus – nicht zuletzt in enger Abstimmung mit der Märkischen Verkehrsgesellschaft – einen zeitversetzen Schulbeginn organisiert: „Die jüngeren Jahrgänge fangen demnach um 8 Uhr an, die älteren um 8.45 Uhr“, verweist der Schulleiter darauf, dass dies die Kontakte in den Bussen sowie vor Beginn des Unterrichts reduzieren soll.

Grundsätzlich, so ist er sich sicher, wird sich vieles erst in der Praxis einspielen. „Und dann muss man im Zweifel auch nachbessern, wenn es notwendig ist.“

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