Schuldneratlas 2015: Quote in Lüdenscheid unterschiedlich

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Die Schuldnerquote ist in Deutschland wieder gestiegen, allerdings weniger als 2014 noch erwartet.

Lüdenscheid - Die Anzahl der überschuldeten Personen in Deutschland ist größer geworden – allerdings hat sich die Quote weniger stark erhöht, als noch im vergangenen Jahr befürchtet. Das teilt das Unternehmen Creditreform mit, das jetzt den „Schuldneratlas 2015“ veröffentlichte. In Lüdenscheid unterscheidet sich die Schuldnerquote in den jeweiligen Bezirken deutlich.

Die wirtschaftliche Lage der meisten Deutschen sei besser denn je und die Arbeitslosigkeit liege auf dem niedrigsten Niveau seit fast 25 Jahren. „Dennoch muss auch in diesem Jahr von einer weiteren Zunahme der Überschuldungsfälle in ganz Deutschland berichtet werden“, teilt Creditreform mit.

Die Schuldnerquote stieg von 9,90 auf 9,92 Prozent an, wobei der vergleichsweise geringe Anstieg der Schuldnerquote auf die spürbare Bevölkerungszunahme durch eine hohe Zuwanderung zurückzuführen sei. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Anzahl der Schuldner um rund 44.000 Personen erhöht. Damit sind rund 6,7 Millionen Bürger über 18 Jahre überschuldet und weisen nachhaltige Zahlungsstörungen auf. Rund 4,14 Millionen Schuldner sind männlich und rund 2,58 Millionen weiblich.

Zudem zeigt sich laut Creditreform, dass immer mehr überschuldete Verbraucher harte Negativmerkmale aufweisen. „Offensichtlich sind viele Schuldner, die zunächst durch Konsumverschuldung (,Kaufrausch‘) verursachte nachhaltige Zahlungsstörungen aufwiesen, in eine anhaltende Schuldenkrise geraten.“

Darüber hinaus geraten immer mehr ältere Menschen in die Schuldenfalle. Hingegen hat die Zahl junger Schuldner wiederum spürbar abgenommen.

Städte im Ruhrgebiet sind Sorgenkinder

Die aktuelle Schuldnerquote bleibt trotz des weiteren Anstiegs unter den Höchstwerten von 2005 bis 2008, erreicht aber dennoch den höchsten Wert seit Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise 2007/2008.

Die Regionen im Ruhrgebiet bleiben die Sorgenkinder in Sachen Überschuldungsentwicklung – die Tendenz nimmt weiter zu. Die Schuldnerquoten sind sowohl im Jahres- als auch im Langzeitvergleich in vielen Städten im Ruhrgebiet zum Teil deutlich angestiegen. „Insbesondere im Ruhrgebiet, mit seinen zum Teil noch altindustriell geprägten, strukturschwachen Regionen, finden sich ,Hotspots‘ sozialer Problemlagen, die sich aus einer Gemengelage von hoher Arbeitslosigkeit, Einkommensarmut und hohen sozialen Transferleistungen zusammensetzen“, teilt Creditreform mit.

In diesem Jahr führen zwei Städte des Ruhrgebiets – Oberhausen und Hagen – das Ranking der Städte und Kreise mit der höchsten Zunahme der Schuldnerquote an. Die Quote in Hagen liegt bei 15,58 Prozent, und in Oberhausen bei 14,70 Prozent.

In Lüdenscheid unterscheidet sich die Schuldnerquoten deutlich in den jeweiligen Postleitzahlbezirken. Doch auch in der Bergstadt sind mehr männliche Bürger verschuldet als weibliche.

In der Altersgruppe der 30- bis 39-Jährigen ist die Schuldnerquote sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen in ganz Lüdenscheid am höchsten. Im PLZ-Bezirk 58507 erreicht die Quote mit 33,37 (Männer) und 17,88 (Frauen) allerdings die höchsten Werte.

Die meisten Schuldner im Bezirk 58507

Bei der älteren Bevölkerung liegen bei den Männern die höchsten Werte der Schuldnerquote in der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen bei 15,07 (PLZ 58511) und bei den 70-Jährigen und älter bei 6,65 (PLZ 58507). Bei den Frauen liegen die Werte in der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen bei 8,85 (PLZ 58507) und ab 70 Jahren bei 3,02 (PLZ 58515).

Insgesamt erreicht nur der PLZ-Bezirk 58515 mit 9,96 im Schnitt eine ähnliche Quote wie in ganz Deutschland. Der Bezirk 58507 verdoppelt die Quote mit 18,76 sogar.

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