Schuldenuhr: Von „gute Idee“ bis „lächerlich“

Käme die Schuldenuhr tatsächlich an diesen Platz, wären die Bürofenster der Presseabteilung des Rathauses verdeckt.

LÜDENSCHEID ▪ Der Vorschlag der CDU, am Rathaus eine Schuldenuhr anzubringen, um bei den Bürgern und in der Politik ein Bewusstsein für die hohe Verschuldung der Stadt und für Einsparungen zu wecken, stößt auf wenig Gegenliebe. „Das Bewusstsein fürs Sparen sollte sich in den Beschlüssen wiederfinden und nicht an der Fassade des Rathauses“, meint FDP-Chef Jens Holzrichter. Außerdem finde er es ein wenig „drollig“, für die Anschaffung der Uhr – ähnlich wie der am Eingang der Bundes für Steuerzahler in Berlin – um Spenden zu bitten. Da gebe es sicherlich sinnvollere Projekte.

SPD-Ratsherr Jens Voß erwartet von der CDU eher konstruktive Sparvorschläge in den Etatberatungen. „Aber wenn sie schon eine Schuldenuhr wollen, können sie sie ja an ihrem Parteihaus an der Friedrichstraße anbringen.“

Auch Tanja Tschöke von den Grünen hält die Idee für wenig sinnvoll. „Die Bürger wissen von der Schuldenlast der Stadt und sie trifft die geringste Schuld daran und müssen daher nicht durch eine Schuldenuhr sensibilisiert werden.“

Peter Biernadzki, Vorsitzender der Lüdenscheider Liste (LL), meint, die Schuldenuhr müsse eher im Rathaus angebracht werden, um die Entscheidungsträger zu sensibilisieren. Ansonsten finde er es schon ein wenig kurios, dass diejenigen, die mit wechselnden Mehrheiten in den vergangenen Jahren ohne Rücksicht auf Verluste Geld ausgegeben hätten – Stichwort: Rathausplatz – jetzt die Verschuldung anprangerten.

Die Partei Die Linke will der CDU nach Angaben von Dietmar Skowasch-Wiers für ihre Vorschläge in der nächsten Ratssitzung gar die Rote Karte zeigen und bezeichnet die Idee als „Wochenendschmierenkomödie“ und meint: „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen schmeißen.“

Auf die Berichterstattung in den LN vom Samstag äußerten sich auch einige Leser im Internet. Dort gingen die Meinungen zum Teil weit auseinander: Einerseits war von einer richtigen und guten Idee die Rede, die für mehr Transparenz sorge, weil die Bürger sähen, ob die Schuldenuhr vorwärts oder rückwärts laufe. Allerdings müsse man auch auf den Einfluss von Bund und Land Rücksicht nehmen. Andererseits wurde die Idee auch in Bausch und Bogen verurteilt: „Lächerlich“ und „Kindergarten“.

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