Schuldebatte: Standort Schöneck steht vor dem Aus

Die Grundschule Schöneck soll geschlossen werden. Die drei Ampel-Fraktionen wollen den Standort Brügge erhalten.

LÜDENSCHEID ▪ Die Ratsmehrheit aus SPD, FDP und Grünen ist für den Erhalt des Grundschul-Standortes Brügge. Die CDU spricht sich für Schöneck aus, die Stammschule des Verbundes. Doch die Ampelkoalition dürfte sich im März im Rat durchsetzen.

Das ist das Ergebnis der Fraktionssitzungen vom Montagabend. Nachdem sich die Grünen bereits auf Brügge festgelegt hatten, folgten nun die Fraktionen von SPD und FDP der inzwischen vorliegenden Empfehlung der Stadtverwaltung (die LN berichteten). Auf den CDU-Fraktionsvorsitzenden Oliver Fröhling wirkt das eher umgekehrt: „Spätestens seit der Debatte um die Brunnenanlagen wissen wir, dass die Verwaltung auch Vorlagen in Richtung der mutmaßlichen Meinung der Ratsmehrheit verfasst.“

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Die Schöneck-Schließung ist indes offenbar sicher. SPD-Fraktionschef Ingo Diller sagte, man habe das Für und Wider lange diskutiert. „Keinem macht es Spaß, eine Schule zu schließen, und wir hatten unseren Fragenkatalog nicht in Richtung Brügge gestellt.“ Entscheidend für die SPD seien letztlich das Votum des Kollegiums für Brügge, die größeren Räume und der bessere Bauzustand gewesen.

Auch für die FDP spielte laut Fraktionschef Jens Holzrichter die Ansicht der Lehrerschaft eine gewichtige Rolle. „Sie sagten uns, dass auch der Gemeinsame Unterricht behinderter und nichtbehinderter Kinder in Brügge besser durchführbar ist.“ Für die CDU, die ihren Einsatz für Schöneck zuvor in Schreiben an Eltern deutlich gemacht hatte, sei beim Ortstermin kein Ratsmitglied vertreten gewesen. „Das zeigt deren Interesse an einer sachlichen Entscheidungsfindung.“

Brügge sei der bessere Standort mit kleinerem Kostenrisiko und ausreichenden Reserven. Auch das stillgelegte Schwimmbad solle man im Hinterkopf behalten. Unfair sei das Argument, dass Eltern jüngst „mit den Füßen“ 31:13 für Schöneck abgestimmt hätten. Denn auch bei einem Fortbestand des Verbundes hätten zehn Kinder nach Brügge wechseln müssen. Und der Schulentwicklungsplan sage künftig andere Kräfteverhältnisse vorher.

Zum Argument von Schöneck-Eltern, sie hätten ihren Wohnsitz wegen der nahen Grundschule genommen, sagte Holzrichter: „Wäre das das einzige Argument, müssten viele Familien an den Staberg ziehen, wenn die Kinder aufs Gymnasium wechseln.“

Die CDU führt dagegen an, dass laut Stadtverwaltung auch Brügge mittelfristig gefährdet sein kann. Dann aber stünde der ganze Stadtteil Oeneking/Stüttinghausen/Brügge ohne Grundschule da. In Standortfragen müsse die Infrastruktur für den Schulträger maßgebend sein. Und weil auch die Bergstadt „von außen nach innen“ schrumpfe, müsse wie in der letzten Schließungsfrage zwischen Gevelndorf und Rathmecke der Außen- und Teilstandort zur Disposition stehen. „Aber was dort richtig war, zählt hier plötzlich nicht mehr“, stellte Fröhling fest, der nun selbst in den nächsten Schulausschuss kommen will.

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