Schulausschuss für Umzug von VHS und Musikschule

Die Mitglieder des Schulausschusses machten sich am Dienstag ein Bild von allen Räumen in der Schweitzer-Hauptschule.

LÜDENSCHEID ▪ Auch wenn am Dienstag noch kein Beschluss gefasst wurde, so deutete sich im Schulausschuss doch eine klare Tendenz an, nach der Schließung der Albert-Schweitzer-Hauptschule Mitte 2014 dort die VHS und die Musikschule unterzubringen. Allerdings sind bis dahin noch viele Fragen zu klären. Der erste Schritt, der zunächst getan werden muss, ist, ein Schallschutzkonzept zu beauftragen, betonte Frank Kuschmirtz.

Denn sollte es dazu kommen, dass die VHS oben Yoga-Kurse veranstaltet und unten die Blechbläser der Musikschule proben, dann muss schon einiges passieren, damit das zusammengeht. Der Betriebsleiter der Zentralen Gebäudewirtschaft hatte Zahlen parat: Die Umbaukosten bezifferte er auf rund 500 000 Euro. Die Räume im Alten Rathaus, in dem die VHS bisher sitzt, könnten vermietet, Zweigstellen wie die an der Knapper Straße aufgegeben werden. Städtische Abteilungen könnten in die Musikschule ziehen, dann leer stehende Gebäude verkauft oder vermietet werden. Außerdem könnten Synergien in der Verwaltung geschaffen werden, was alles in allem zu Einsparungen von rund 462 000 Euro führen könnte. Der Konjunktiv ist bewusst gewählt, denn Kuschmirtz sprach auch von „Unwägbarkeiten“, unter anderem auch, was die Kosten des Schallschutzes angeht oder den Verkauf von Gebäuden.

Die Nutzung der Schule für städtische Abteilungen erscheint dagegen erheblich unwirtschaftlicher. Zwar kämen durch wegfallende Mieten 361 000 Euro Einsparungen zustande, denen aber Umbaukosten von einer Million Euro gegenüberstehen, wie Frank Kuschmirtz erläuterte. Der Raumverschnitt sei zum Beispiel enorm.

Zwar sprach allein dieser Kostenunterschied klar für den Umzug von VHS und Musikschule in die Schule an der Kaiserallee, doch Norbert Adam (CDU) äußerte Zweifel, ob’s bei 500 000 Euro bleibt: „Sind die Bedarfe der beiden Einrichtungen darin wirklich alle berücksichtigt?“

Das konnten auch VHS-Chef Andreas Hostert und Musikschulleiter Frank Schule-Huermann noch nicht sagen. Auf der Hand liege, so Schulte-Huermann, dass der Umzug zu einer Optimierung der Arbeitsbedingungen führen werde. „1985 hatten wir 930 Schüler, 2012 haben wir 1233.“ Andreas Hostert sprach von einer großen Herausforderung und wies darauf hin, dass man bei einem Umzug auch den Bürgern den damit verbunden Mehrwert begreiflich machen müsse. „Die VHS hat 7200 Kunden pro Jahr und rund 220 000 Kundenkontakte.“ Barrierefreiheit und mehr Parkplätze seien sicherlich ein Plus, aber der Standort sei eben auch am Stadtrand. Die VHS-Nutzer hätten sich bisher nur negativ zu einem Umzug geäußert. Bleibt noch viel Überzeugungsarbeit – auch für die Politiker, die diese leisten wollen, wenn weitere Zahlen und Fakten vorliegen, hieß es im Ausschuss.

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