Lüdenscheider Schützenverbände laufen Sturm gegen Rauchverbot

„Kippe aus“ bald auch im Schützenzelt. Der Entwurf zur Verschärfung des Nichtraucherschutz-Gesetzes sieht dies vor.

LÜDENSCHEID ▪ NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens will dem löchrigen Nichtraucherschutz ein Ende bereiten. Dazu zählt auch ein Rauchverbot in Festzelten. Die Begeisterung für diesen Vorstoß hält sich beim Bürgerschützenverein (BSV) und der Lüdenscheider Schützengesellschaft (LSG) in Grenzen.

„Das ist ja ein grundsätzliches Problem“, findet BSV-Vorsitzender Rolf Linnepe. „Auch Gaststätten hätten darunter zu leiden. Eigentlich empfinde ich das Verbot als nicht so tragisch. Aber es reißt natürlich Feiern – ob beim Schützenfest im Zelt oder im BSV-Heim beim Königsball oder beim Kompanieabend – auseinander, wenn Raucher dann immer wieder mal vor die Tür gehen müssen, um qualmen zu können.“ Große Probleme sieht Linnepe bei der Durchsetzbarkeit des Verbots. Wer kontrolliere das, wer übernehme die Haftung? Als Veranstalter unterlägen die Vereine schon vielen Richtlinien und Auflagen. Nun komme ein weiterer Knackpunkt hinzu.

LSG-Chef Friedrich-Karl Schmidt weiß, dass das Thema Rauchen immer wieder unter den Vereinsmitgliedern diskutiert wird. „Es gibt überzeugte Raucher und überzeugte Nichtraucher. Ein totales Rauchverbot halte ich nicht für förderlich. Man sollte eine Lösung finden, mit der möglichst beide Seiten klarkommen können.“ Es gehe doch im Prinzip um Anstand und Rücksichtnahme untereinander. Das könne man nicht per Gesetz verordnen. Vielleicht könne man ja bei Festen doch eine Raucherzone einrichten. „Meiner Meinung nach sollte man nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten.“ Außerdem würden Hallen heute viel besser gelüftet als das noch früher der Fall war.

Erheblich härter ins Gericht geht der Sauerländer Schützenbund mit dem Entwurf zur Novellierung des Nichtraucherschutz-Gesetzes. Der Verein nutzte eine Verbändeanhörung zu einer massiven Kritik an den Plänen. Auf diversen Vorstandssitzungen unterschiedlicher Schützenverbände hätten die Absichten der Landesregierung zu einem Sturm der Entrüstung und Ablehnung geführt. Auch der Westfälische Schützenbund schließt sich der Kritik an.

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