Schützenhalle: Sanierung läuft Schritt für Schritt

Neue Glasscheiben schützen die historischen Fenster aus Bleiverglasung.

LÜDENSCHEID ▪ Eine moderne Brille für die alten Augen, aber immer noch viele Falten in der Haut: Es ist ein langer Weg, um aus einer alten Dame wieder einen jungen Hüpfer zu machen.

Kosmetik alleine reicht dabei nicht; die erforderlichen Operationen sind tiefgreifend. „Das, was wir jetzt machen, wäre ohne die Energieprogramme nicht gegangen. Dafür sind wir froh und dankbar“, freut sich Schützenoberst Friedrich-Karl Schmidt. Sichtbares Zeichen der fortschreitenden – durch 1,3 Millionen Euro an Fördergeldern ermöglichten – energetischen Sanierung der Loher Schützenhalle sind seit neuestem die locker vorgehängten Glasscheiben, die die historischen Fenster vor Wind, Wetter und Schwitzwasser schützen sollen.

Der Bruch mit der denkmalgeschützten Optik ist gewollt und genehmigt: „Man will nichts nachäffen“, bringt es Schmidt auf den Punkt. Hinter den neuen Scheiben könne die Luft zirkulieren. Vor der Montage wurden die bleiverglasten Scheiben gereinigt und die Innenlaibungen in dem Ockerton vorgestrichen, der den markanten Turm bereits schmückt und der irgendwann der kompletten Halle wieder das Aussehen wie vor 111 Jahren schenken soll. Anstrich und Montage mussten unter Zeitdruck geschehen, zum Teil bei extremen Minustemperaturen.

Der nächste Schritt ist die Isolierverglasung mit passgenauen Fenstern von innen. „Das ist eine relativ schmale Rahmenkonstruktion, so zurückhaltend wie möglich“, sagt Architekt Rüdiger Wilde. Weitgehend unsichtbar, aber umso spürbarer wird auch ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer modernen Energiewirtschaft in der Halle sein: die Installation einer Fußbodenheizung. Die ist für den Sommer vorgesehen. „Gute sechs Wochen“ dürfte es dauern, schätzt Wilde. Die Heizschleifen werden in besonders strapazierfähigen Gussasphalt verlegt. Damit wolle man den Nutzen der Halle als Mehrzweckbau sichern, so Wilde. Denn Messe-Mieter wie die Südwestfälische Technologie-Ausstellung transportieren tonnenschwere Ausstellungsstücke ins Gebäude – und hinterlassen schon jetzt Staplerspuren in der Halle. Doch solche Mieter will man langfristig halten. Die neue Heizung löse zudem das Problem, dass die Halle derzeit im Winter kaum zu vermieten sei – wegen zu hoher Heizkosten.

Der Baufortschritt wird eines der Themen auf der Jahreshauptversammlung sein, die der Oberst auf den 18. März festgesetzt hat. Auch für Architekt Wilde ein Dauerthema: „Die nächsten Baustellen lauern schon.“

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