42 000 Impfungen pro Monat geplant

Historische Schützenhalle im MK wird zum Impfzentrum umgebaut

Seit Freitag laufen die Arbeiten, um das Corona-Impfzentrum in der Lüdenscheider Schützenhalle auf dem Loh einzurichten. Einen Tag zuvor hatte Horst-Peter Hohage, Leiter des Krisenstabes beim Märkischen Kreis, am selben Ort die Mitglieder des Kreistages über den Stand der Dinge informiert.

Lüdenscheid – Die Vorbereitungen für den Aufbau des Corona-Impfzentrums in der Lüdenscheider Schützenhalle laufen auf Hochtouren, „damit wir startklar sind, wenn der Impfstoff tatsächlich zur Verfügung steht“. Noch in diesem Jahr soll der erste Impfstoff zur Verfügung stehen.

StadtLüdenscheid
Landkreis Märkischer Kreis
Einwohner 72.313 (Stand: 31.12.2019)

Letztlich werde die Verfügbarkeit das Tempo der Impfungen bestimmen, so Hohage. Anfangs soll der Schwerpunkt auf mobilen Impfungen liegen, zum Beispiel in Pflegeinrichtungen. Im Kreis kämen dafür rund 18 000 Personen in Frage. Derzeit werde davon ausgegangen, dass bei der Inbetriebnahme des stationären Zentrums mit zwei bis drei Impfstraßen begonnen wird. Später könnte der Betrieb auf bis zu sechs ausgeweitet werden.

Historische Schützenhalle im MK zum Impfzentrum umgebaut: 42 Impfungen pro Monat angedacht

Noch vor Weihnachten soll die Lüdenscheider Schützenhalle einsatzbereit sein – das bedeutet, dass nicht nur die Ausstattung steht, sondern auch alle logistischen Fragen wie Lagerung und Transport des Impfstoffes und Regelungen zur Terminvereinbarung geklärt sein müssen – inklusive Wiederholungstermin für jede zu impfende Person. Ein zweiter Standort soll später in Iserlohn errichtet werden.

Je nach Auslastung ist an den Standorten mit einem Betrieb in zwei Schichten von 8 bis 20 Uhr zu planen – siebe Tage die Woche; bei geringerer Auslastung mit einer Schicht entweder von 8 bis 14 oder von 14 bis 20 Uhr. Kalkuliert wird, dass an jeder Impfstraße 20 Personen pro Stunde geimpft werden können. Bei voller Auslastung könnten so im Idealfall etwa 42 000 Impfungen pro Monat erfolgen. Das entspräche laut Hohage den Empfehlungen des Landes von 7000 Impfungen je 70 000 Einwohner.

Hinzu kämen die mobilen Impfungen und Impfungen in den Krankenhäusern. Diese sind vorrangig abzuwickeln, betonte Hohage. Weiterhin ist folgende Reihenfolge vorgesehen: sonstige Pflegebedürftige und Risikopatienten, die selbst zum Impfzentrum kommen können, medizinisches Personal, Personal der kritischen Infrastruktur und „Rest der Welt“. Details seien noch offen.

Historische Schützenhalle im MK zum Impfzentrum umgebaut: Ärzte und Pflegekräfte zu freiwilliger Hilfe bereit

Wie Vanessa Pudlo von der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe auf Anfrage erklärte, haben sich seit 30. November im Bezirk bereits fast 8000 Ärzte und medizinische Fachkräfte freiwillig gemeldet, um in den Impfzentren zu arbeiten. „Wir freuen uns über den großen Zuspruch“, sagt sie. „Aber wir hoffen, dass sich noch weitere melden.“ Pro Impfstraße werden in jeder Schicht ein Arzt und ein bis zwei Fachkräfte benötigt. Außerdem muss das Personal für die mobilen Teams gestellt werden.

Derzeit wird davon ausgegangen, dass das Impfzentrum in Lüdenscheid bis mindestens Mitte nächsten Jahres betrieben werden muss. Später sollen niedergelassene Ärzte übernehmen. Das hänge auch von der Verfügbarkeit weiterer Impfstoffe ab.

Der Aufbau des Lüdenscheiders Impfzentrums

Lüdenscheider Impfzentrum
Lüdenscheider Impfzentrum
Lüdenscheider Impfzentrum
Lüdenscheider Impfzentrum
Der Aufbau des Lüdenscheiders Impfzentrums

Rubriklistenbild: © Cedric Nougrigat

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