Kein Tötungsvorsatz: Versuch der gefährlichen Körperverletzung

Schüsse auf Polizeiwache: 26-Jähriger in Psychiatrie verlegt

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[Update 8.33 Uhr] Lüdenscheid - Der 26-jährige Lüdenscheider, der in Verdacht steht, am Dienstag auf die Polizeiwache in Lüdenscheid geschossen zu haben, wurde am Amtsgericht dem Haftrichter vorgeführt.

Der erließ einen Unterbringungsbefehl, wie der Lüdenscheider Rechtsanwalt Dirk Löber, Verteidiger des 26-Jährigen, auf LN-Nachfrage mitteilte. Der mutmaßliche Täter werde zunächst im Zentrum für Forensische Psychiatrie in Lippstadt-Eickelborn untergebracht. Die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis hat das am Donnerstagmorgen bestätigt.

Löber sagte, der Haftrichter habe sich seiner Ansicht angeschlossen und den Befehl nicht wegen versuchten Mordes, sondern wegen des Versuchs der gefährlichen Körperverletzung erlassen. Aufgrund des aktuellen Standes der Ermittlungen sei nicht von einem Tötungsvorsatz auszugehen, betonte Löber.

Untersuchung in der Nacht zu Mittwoch

Bereits in der Nacht zu Mittwoch habe ein Arzt den Verdächtigen untersucht und festgestellt, dass der Mann weder gewahrsams- noch haftfähig ist.

Um 4 Uhr in der Frühe sei er dann in die Psychiatrie des Klinikums Hellersen gebracht worden, beschrieb der Rechtsanwalt die Ereignisse nach den Schüssen auf die Wache.

Nach massivem Drogenmissbrauch und einer möglicherweise vorliegenden psychischen Erkrankung spreche einiges dafür, dass der Prozess gegen den Mann als Sicherungsverfahren eröffnet wird, so Löber.

Nach den Schüssen auf die Lüdenscheider Polizeiwache am Dienstagnachmittag nahm die Polizei den mutmaßlichen Täter noch am Dienstagabend gegen 21.30 Uhr vor seiner Wohnung vorläufig fest. 

Der Mann, der polizeilich bekannt ist, steht in Verdacht, für die Schüsse auf die Fenster der Polizeiwache verantwortlich zu sein. Verletzt wurde niemand.

Bei der Wohnungsdurchsuchung wurde die vermutliche Tatwaffe aufgefunden und sichergestellt. Dabei handelt es sich um eine Zwille, die mit Stahlkugeln bestückt werden kann. 

Schüsse auf die Lüdenscheider Polizeiwache

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Hagen und der Mordkommission gegen den vorläufig festgenommenen Lüdenscheider dauern an.

Die betroffenen Polizisten wurden noch am Dienstagabend von der Opferschützerin der Polizei vor Ort psychologisch betreut.

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