Deutsch-polnischer Austausch feiert Jubiläum

Noch im April waren Schüler vom Berufskolleg Myslenice zu Gast an der Adolf-Reichwein-Gesamtschule und wurden vom Bürgermeister und von Ratsvertretern empfangen.

Lüdenscheid - Wenn ab Donnerstag acht Schüler der Zespól Szkól Techniczno-Ekonomicznych (ZSTE) mit ihren beiden Deutsch-Lehrerinnen Marta Ziaja und Dorota Góralik sowie ihrem Schulleiter Dyrektor Jerzy Kosinski aus Lüdenscheids Partnerstadt Myslenice die Adolf-Reichwein-Gesamtschule besuchen und unter anderem am Wochenende am Lüdenscheider Stadtfest teilnehmen, tun sie dies nicht nur auf Einladung der Stadt. Sie feiert bekanntlich am Freitag das 25-jährige Jubiläum der Städtepartnerschaft.

Dieser Besuch stellt auch für die Adolf-Reichwein-Gesamtschule einen besonderen Grund zum Feiern dar. Denn der Schüleraustausch zwischen der Adolf-Reichwein-Gesamtschule und der ZSTE Myslenice, der im Jahre 1995 von Elzbieta Górska und Gerd Obernolte (Schulleiter waren seinerzeit Harald Kredler und Andrzej Gomulak) ins Leben gerufen wurde, findet in diesem Jahr zum zwanzigsten Male statt.

Die beiden Schulen, die seit 1999 Partnerschulen sind, dürfen also mit den von ihnen organisierten Begegnungen junger Menschen aus Myslenice und Lüdenscheid für sich in Anspruch nehmen, die Städtepartnerschaft in den letzten 20 Jahren mit Leben erfüllt zu haben. 20 Jahre lang haben polnische und deutsche Jugendliche ungezählte Aktivitäten, Fahrten, Besuche, Spiele gemeinsam durchgeführt, Spaß gehabt, sich gegenseitig kennengelernt, Vorurteile abgebaut, Freundschaften geschlossen und damit zur Verständigung zwischen den beiden benachbarten Völkern beigetragen, erinnert Hans-Joachim Kamper, seit 1997 Teilnehmer und Koordinator des „Polenaustausches“ der Adolf-Reichwein-Gesamtschule.

„Dass dabei in den zwanzig Jahren immer das Auschwitz-Stammlager und Birkenau besucht wurden, zeigt, dass der Schüleraustausch nie die gemeinsame Vergangenheit ausgeblendet hat und sich gerade auf deutscher, Lüdenscheider Seite seiner historischen Verantwortung stets bewusst war. Auch bei einem Aufenthalt in Warschau, den unsere polnischen Kolleginnen ermöglicht haben, war die Vergangenheit (etwa bei ein Besuch im Museum des Warschauer Aufstandes) auf Schritt und Tritt präsent.

„Der Kürze halber sei hier auf die Aufzählung einer langen Liste von Aktivitäten verzichtet, die in den 20 Jahren in und um Lüdenscheid durchgeführt wurden; vielleicht sind die entsprechenden Aktivitäten und Destinationen’ ja auf einer Zusammenschau von Fotos aus vielen Jahren deutsch-polnischem Schüleraustausch zu erkennen, die auf der Fete unseres Jubiläumsaustausches am Abend am Freitag abend im Jugendtreff SternCenter per Beamer präsentiert werden sollen. In der Rückschau auf 20 Jahre gemeinsamen Polen- und Deutschland-Austausch bedanken wir uns bei allen Teilnehmern und ihren gastgebenden Eltern sowie nochmals bei allen Betreuerinnen und Betreuern und den jeweiligen Schulleitern über 20 Jahre hinweg, von denen viele sagen können, dass aus dem langjährigen Motto des Austausches ,Wir sollten uns kennenlernen’ längst ein ,Wir sind Freunde geworden’ geworden ist“, schreibt Hans-Joachim-Kamper.

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