Zweite Auflage

Schrottreif: Festival auf dem Schrottplatz - alle Fotos hier

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Die Cannibals Crew hatte am Sonntag einen großen Auftritt beim Schrottfreif-Festival auf dem Gelände der Autoverwertung Lüdenscheid (AVL).

Lüdenscheid - Zwei Tage Schrottreif-Festival auf dem Gelände der Autoverwertung Lüdenscheid (AVL): Die leiseren Töne am zweiten Tag zogen keinesfalls die Massen an, das Publikum verbindet mit diesem Festivalort offensichtlich eher Metal, Punk, Trash, also die härtere Gangart.

Die Sonne brannte bisweilen unerbittlich auf die Hoffläche und der böige Wind sorgte immer wieder für Sandsturmgefühle. Erstes Opfer: „Alysea“, Sängerin von „Kreuzversuch“ rang um Atem, musste unterbrechen, konnte erst wieder weiter machen, als das notwendige Spray seine Wirkung entfaltet hatte.

Aufgeplustert mit Playback war denn der Auftritt der vom Gothic beeinflussten Band, deren Klangbild letztlich keinerlei Berührungsängste hin zu anderen Stilen aufwies. Poesie schwingt in Titeln wie „Der Wandelstern“ oder der Neubearbeitung von „Tanz in den Tod“ mit. Die Rollenteilung klappt: Alysea sang. Gitarrist Christian Grau ließ bisweilen röhrend im Shouting das Zäpfchen schwingen. Die Truppe kam gut an, auch wenn Alyseas Stimme merklich angegriffen war.

Heftig aber wahr: The Screw, Oskar Wloka an der Gitarre, Drummer Marvin Benscheid und Can Göksen breiteten rotzfrechen Garagen- oder Südkurvenpunk aus. Kompromisslos nach vorne – das dachte sich der gut gelaunte Vokalist Jan Mook auch. Bereitwillig sang er fröhlich wider den Strich, färbte harmonische Gefüge um, fiel verstärkt in extremes Shouting. Wesentlich leiser war Wlokas Organ, erfreulicherweise traf er den Ton. Instrumental ist diese Band kompromisslos, machte sich ans Zerschreddern von „Born to Be Wild“ und entmystifizierte wild assistiert von Jan Mook den Schmalzhit „Stand by Me“.

2. Schrottreiffestival - alle Fotos hier

Für „Mehr Respekt“ warb der gleichnamige Verein, der sich wider Gaffen, Glotzen, Filmen und Fotografieren und Rücksichtslosigkeit bei Unfällen einsetzt. Infostand und daneben ein Schrottauto mit einer Puppe als Unfallopfer. „Rettungsgasse“ und „Gaffen tötet“ stand da auf der Fahrertür. Die Frontscheibe zierte der Spruch „Glotzen kannst du auch bei Netflix.“

Seth 13, die Band um Frontman Frank Sieling ließ es trocken knacken. Eine grundsolide Band mit starken Instrumentalisten. Sieling wechselte so lange zwischen Shouting und Gesang, bis er im Nachgang nicht mehr wusste, was Melodie ist. Reißer am ersten Tag war die aus Glasgow stammende schottische Band Single by Sunday. Mit jugendlicher Frische wie auch mehrstimmig auf Hochgeschwindigkeitskurs.

Trockene Härte und keine Kompromisse. Bei dieser Band passten die Dynamik, Gesamtklang und Performance. Die Bühne geriet zur Hüpfburg der umtriebigen Schotten ohne Rock. Single by Sunday zog das Publikum zur Bühne und man hatte gemeinsam Spaß. Ein Riesenauftritt. Als Belohnung durften die Bandmitglieder nach ihrem Auftritt auch noch, wie gewünscht, ein Schrottauto zerdengeln.

Am zweiten Tag feierten die Besucher des Festivals noch lange den erfrischenden Auftritt des Lüdenscheider Kinderchors. Singer-Songwriterin Nancy Siskou glänzte bei ihrem Auftritt mit ihren Songs mit energiegeladener Stimme. Den Schlusspunkt unter Tag 2 setzte Sebastian Wagemeyer mit einer Eigenkomposition.

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