Schreibwerkstatt beim Summer de Luxe

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Junge kreative Köpfe sitzen beim „Summe de Luxe“ in der Schreibwerkstatt in der Stadtbücherei.

Lüdenscheid - Ein Schokoladengebet und eine eindrucksvolle Beschreibung eines jungen Mannes beim Kaugummikauen: Das waren am Dienstag erste Ergebnisse der Schreibwerkstatt im Rahmen des Summer de Luxe des Jugendkulturbüros.

Zehn Kinder und Jugendliche im Alter von elf bis 16 Jahren arbeiten seit Dienstag intensiv im Konferenzraum der Stadtbücherei an Kniffen und Tricks, um spannende und abwechslungsreiche Texte zu kreieren. Die notwendigen Tipps bekommen sie von Stefanie Schröder. Am Anfang standen zahlreiche Fingerübungen. Am Ende sollen alle zehn Teilnehmer am Mittwoch eine fertige eigene Geschichte präsentieren. Um 17 Uhr beginnt eine öffentliche Lesung der Texte, zu der nicht nur die Angehörigen und Freunde der Teilnehmer in der Stadtbücherei willkommen sind.

Mit berühmten ersten Sätzen ging die Schreibwerkstatt los – nicht viel anfangen konnten die jugendlichen Teilnehmer zum Beispiel mit dem Satz „Ilsebill salzte nach“, dem Auftakt zu Günter Grass‘ Roman „Der Butt“, der 2007 bei einem Wettbewerb der Initiative Deutsche Sprache zum schönsten Satz ersten Satz gekürt wurde. Für die jungen Leute der Schreibwerkstatt war das alles andere als ein schöner erster Satz. Allein schon der Name „Ilsebill“ gefiel ihnen kaum und auch der Romantitel „Der Butt“ war wenig geeignet, das Interesse der jungen Leser zu wecken.

Auf die theoretischen Überlegungen folgten auch schon die ersten praktischen Übungen. So galt es unter anderem, angefangene Sätze zu vervollständigen, zunächst langweilig und alltäglich. Danach sollten die Fortführungen eine spannende, unerwartete Wendung herbeiführen. Eine Frau, die lesend eine Straße entlang geht und an einer roten Ampel stehen bleibt, ist nichts Ungewöhnliches. Wird sie aber überfahren oder überfallen oder tut sich gar ein tiefes Loch vor ihr auf – dann lohnt es sich, weiter zu erzählen oder zu lesen.

Mit Überlegungen wie diesen versuchten die Kinder und Jugendlichen auch dem Kaugummikauen eine interessante Note abzugewinnen. Das Gebet, in das eine Teilnehmerin Versuchungen der Schokolade kleidete, gefiel allen gut. Selbst, wer am Morgen eigentlich gar nicht viel Lust hatte, hatte seinen Block nach wenigen Stunden mit vielen Ideen vollgeschrieben. Man darf gespannt sein, was heute dabei herauskommt.

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