Beratungsstelle für Familie und Schulpsychologie

Schon junge Schüler leiden unter Prüfungsängsten

Zehn-Minuten-Trick und sozialer Druck: Aufschieberitis bekämpfen
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Zehn-Minuten-Trick und sozialer Druck: Aufschieberitis bekämpfen

Lüdenscheid – Immer mehr Schüler suchen Hilfe bei der Beratungsstelle für Familie und Schulpsychologie. Der Hauptgrund: Prüfungsängste.

Dem großen Bedarf konnte das Team nur gerecht werden, weil sich die personelle Situation der Beratungsstelle verbessert habe, wie Christine Kirchner vom Fachdienst Beratungsstelle für Familie und Schulpsychologie in der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses erklärte. Angeboten wird seit Herbst 2018 ein weiteres Gruppenangebot für Schüler, der Kurs „Ich bleibe locker!“, wo sie lernen sollen, Stress besser zu bewältigen. Darüber hinaus werden offene Sprechstunden angeboten, um Hilfe ohne lange Wartezeiten bieten zu können. Und noch mehr: Mit fast allen städtischen Schulen habe die Beratungsstelle inzwischen Kooperationsverträge abgeschlossen, außerdem mit einigen Familienzentren. „Sie haben dadurch alle einen festen Ansprechpartner aus der Schulpsychologie“, sagte Kirchner. 

Der Beratungsbedarf bleibe insgesamt auf einem hohen Niveau, doch vor allem im schulischen Kontext steige er. Sie betonte daher die Notwendigkeit, die Schulsozialarbeit zu sichern. Immerhin gehe es darum, eine Chancengleichheit im Bereich der Bildung für Kinder aus armen Familien herzustellen. „Das darf nicht nur eine schulische Aufgabe sein.“ Kritisch merkte Kirchner an, dass entsprechende Stellen in der Schulsozialarbeit seit acht Jahren bestehen und noch immer nicht entfristet seien. 

Adressat an dieser Stelle sei allerdings das Land und nicht die Stadt, sagte Matthias Reuver, Fachbereichsleiter Jugend, Bildung und Sport. „Wir müssen uns Gedanken dazu machen, wenn es nächstes Jahr um die Stellen gehen wird.“ Denkbar sei, dass die Stadt etwas ausrichten könne – auf jeden Fall soll das Thema frühzeitig aufgegriffen werden, um die Situation der Schulsozialarbeiter zu verbessern, waren sich die Ausschussmitglieder einig. 

2018 suchten 421 Familien die Beratungsstelle auf, 2017 waren es 422. Damit sei man wieder auf dem Stand von 2014, sagte Kirchner. In den Jahren 2015 und 2016 gab es eine Abnahme von fast 100 Familien, was aber auf die schlechte personelle Situation zurückzuführen sei. Sowohl Kleinkinder als auch Schulkinder und junge Erwachsene suchten Unterstützung in diversen Bereichen. „Unser Standardklient kommt aber aus dem Grundschulbereich, ist männlich und acht Jahre alt.“

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