Schöneck: Politik warnt vor Legendenbildung

Dieses Grundstück an der Parkstraße kaufte die Stadt im letzten Sommer als Zuwegung zu den geplanten Wohnbauten auf dem alten Sportplatz. Womöglich war dieser Kauf unnötig.

LÜDENSCHEID ▪ Bereits in den letzten Sommerferien kaufte die Stadt Lüdenscheid das Grundstück an der Parkstraße, das einmal als Zuwegung zum alten Sportplatzes Schöneck dienen soll. Weil damals eine Dringlichkeitsentscheidung erforderlich war, musste der Stadtrat diesen Kauf in der ersten darauf folgenden Sitzung nachträglich absegnen, was auch geschah.

Wie berichtet, sollen auf dem Sportplatzgelände, für dessen Spielfeld später auch der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst wurde, sechs frei stehende Einfamilienhäuser entstehen. Nicht bestätigen konnte die städtische Liegenschaftsabteilung auf Anfrage allerdings die Information, dass dafür bereits ein Investor in den Startlöchern stehe.

Der Eltern-Initiative „Wir sind Schöneck“, die sich vehement für den Erhalt ihres Schulstandortes einsetzte, erschien das Bauvorhaben indes als Motiv für die zuletzt im Schulausschuss mehrheitlich getroffene Empfehlung für die Schule Brügge und gegen den eigenen Standort: Ein Sprecher der Initiative hatte der Stadt jüngst im Planungsausschuss lukrative Bauspekulationen auf Kosten der Kinder unterstellt.

Dies sei falsch, verlautete dazu jetzt nochmals aus der Politik. Der Handlungsbedarf für den Schulverbund Schöneck/Brügge sei nachweislich erst Mitte November mit den vorliegenden Anmeldezahlen entstanden, mehrere Monate nach dem Grundstückskauf. Und: Wenn der Stadtrat im März der Empfehlung des Schulausschusses folgt und die Schöneck-Schule damit bis 2015 ausläuft, hätte die Stadt im Gegenteil das Grundstück als Zuwegung gar nicht erst kaufen müssen. Denn die Erschließung könne dann ebensogut über das nicht mehr genutzte Schulgelände erfolgen. Dies wäre sogar ärgerlich, weil das dafür gekaufte Areal an der Parkstraße nicht eben billig gewesen sei. Es sei somit korrekt, dass in der LN-Meldung dazu stand, Grundstückskauf und Schulplanung hätten nichts miteinander zu tun.

Auf die Frage, was mit einem verlassenen Schöneck-Gebäude geschehen soll, hieß es weiter, dass ein Abriss zur Ausweitung des Wohnbauvorhabens denkbar sei. Allerdings werde sich damit die Legende von der Grundschule, die einem schicken Wohngebiet weichen musste, womöglich manifestieren – auch wenn sie nicht stimme.

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Der Sportplatz werde zwar noch von Schülern bespielt, von der Stadt aber nicht mehr gepflegt. Denn ausweislich des Kunstrasen-Konzepts der Verwaltung sei er nicht mehr für den Vereinssport zu nutzen.

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