Schöneck-Eltern wehren sich gegen Schließung

Eltern möchten, dass der Grundschulstandort Schöneck erhalten bleibt und haben einen offenen Brief an die Ratsparteien verfasst.

LÜDENSCHEID ▪ Die Klassenpflegschaft der Klassen 1 und die Schulpflegschaft der Grundschule Schöneck fordern in einem Offenen Brief an die Ratsparteien, den Standort Schöneck zu erhalten.

„Gehen Sie verantwortlich und vor allem menschlich mit dem Thema Schulschließung um. Ihre Entscheidung ist weitreichend und hat vor allem eine nicht zu unterschätzende pädagogische Komponente. Wir appellieren an Sie als zuständige Politiker, sorgsam mit der Zukunft unserer Kinder umzugehen, denn jedes einzelne Kind zählt!“

Eine Schließung des Standortes Schöneck widerspreche ihrer Meinung nach dem Sinn des Schulrechtsgesetzes fundamental, denn dort gehe es um die „Sicherung eines qualitativ hochwertigen und wohnungsnahen Grundschulangebots in Nordrhein-Westfalen“ (8. Schulrechtsänderungsgesetz).

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Die Verfasser und Unterzeichner des Offenen Briefes, Sascha von Ahlen, Christine Rieger, Katja Schlorff und Julia Hüttemann-Wilks, gehen ganz konkret auf die Situation vor Ort ein: „Lüdenscheid hat sich für die Rückkehr zu Schulbezirken entschieden. Das erscheint erst einmal sinnvoll, wenn man das vom Schulministerium zugrunde gelegte Prinzip ,Kurze Beine – kurze Wege’ ernst nimmt. Für unsere Kinder beginnt der Schultag morgens um 7.30 Uhr mit dem gemeinsamen Schulweg, der mit kurzen Beinen und zu Fuß zurückgelegt werden kann, weil die Grundschule Schöneck sowohl von der Harlingerstraße, der Parkstraße oder dem Langen Hahn erreichbar ist. Die Kehrseite der Wiedereinführung der Schulbezirke scheint zu sein, dass die Anzahl der ,Oeneking-Kinder’ zu gering für einen Fortbestand des Standortes Brügge/Schöneck in jetzigem Zuschnitt ist.

Einige am Oeneking ansässige Familien haben sich erst in den letzten drei Jahren für den Zuzug nach Lüdenscheid entschieden. Alle haben bei der Kaufentscheidung für ein Haus in Oeneking die vorhandene Infrastruktur im Blick gehabt. Selbstverständlich spielte die Erreichbarkeit der Grundschule eine entscheidende Rolle. Vorhandene Kindergärten, Schulen und Spielplätze machen einen Standort für Familien attraktiv. Werden diese Angebote zurückgefahren, reduziert sich zwangsläufig die Attraktivität eines Wohnquartiers.“ Praktisch werde die Schließung Schönecks zu Folge haben, dass ganze Familien sich neu orientieren müssen, wobei nicht garantiert sei, dass die Kinder einfach zum Standort Brügge geschickt werden. „Unsere Kinder sind beunruhigt und teilweise schockiert.“,

Wie berichtet, hat sich bisher nur die CDU für den Erhalt des Standorts Schöneck ausgesprochen. Die Grünen sind für Brügge, SPD und FDP haben sich noch nicht entschieden. Am 5. Februar berät der Schulausschuss.

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