"Etwas Dummes" getan

Schockierende Details vom Tatort: Frau (44) tot, Männername an Wand gekritzelt

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Symbolbild

Lüdenscheid/Hagen – Nach dem gewaltsamen Tod einer 44-jährigen Frau in einer Lüdenscheider Wohnung am 25. Februar meldete sich der Tatverdächtige bei der Polizei und bekundete, „etwas Dummes“ gemacht zu haben.

Die Erwartung, dass diese Bemerkung vor Gericht in ein Geständnis münden könnte, hat sich am Mittwoch zerschlagen: „Mein Mandant wird keine Angaben zur Sache machen“, erklärte Rechtsanwalt Dirk Löber und widersprach einer Verwertung der bisherigen Angaben des Angeklagten zum Tatgeschehen. Dieser sei bei diversen Vernehmungen nicht ausreichend belehrt worden und widerrufe die von ihm gemachten Angaben. 

Die Anklage der Staatsanwaltschaft wirft dem 40-Jährigen vor, dass er seine Bekannte am 25. Februar gegen fünf Uhr morgens in ihrer Wohnung erwürgt habe. Die Schwurgerichtskammer ergänzte die Anklage um den rechtlichen Hinweis, dass auch ein Schuldspruch wegen Mordes in Betracht komme. 

Die Tote lag in einer Blutlache

Ein Polizeibeamter schilderte das Bild, das sich den Ermittlern nach ihrer Ankunft bot: Die Tote lag aufgrund einer Schnittverletzung am Kopf in einer Blutlache. Auf die Tür war mit Make-up ein Männername gekritzelt: Auf diesen Mann, dem er eine Beziehung zur Getöteten nachsagte, soll der Angeklagte eifersüchtig gewesen sein. 

Zahlreiche Zeugen waren gefragt, um die Vorgeschichte zu diesem Drama aufzuklären. Dabei ergab sich das unklare Bild einer Geschichte mit drei Beteiligten und scheinbar vielen Missverständnissen: Keiner der Zeugen wusste etwas von einer intimen Beziehung der Getöteten zum Angeklagten. 

Vor dem Schwurgericht des Landgerichts Hagen muss sich der 40-jährige Angeklagte wegen eines Tötungsdeliktes verantworten.

Da die Polin erst wenige Jahre in Lüdenscheid lebte, habe sie sich seine Gefälligkeiten und sporadischen Geldzuwendungen aber gerne gefallen lassen. Sie habe ausdrücklich verneint, in ihn verliebt zu sein und ihn nur einen „Kollegen“ genannt. 

Mehrere Zeugen berichteten davon, dass seine Gefühle ihr gegenüber eine ganz andere Qualität gehabt hätten: Er habe sie ständig angerufen und sie „verfolgt wie ein Hund oder eine Ratte“. „Er hat ihr nachgestellt, ist hinter ihr hergelaufen – manchmal auch acht Stunden am Tag“, erinnerte sich ein weiterer Zeuge. 

"Er wollte von mir wissen, ob er mit ihr Sex hat"

Der Lebensgefährte einer Arbeitskollegin der Getöteten machte deutlich, dass der Angeklagte kurz vor der Tat von der angeblich intimen Beziehung der Getöteten zu dem zweiten Mann in dem tragischen Beziehungsdreieck erfahren hatte: „Er wollte von mir wissen, welches Auto er hat und ob er mit ihr Sex hat. Er hat mich gebeten, dass ich mit ihm zu ihr gehe.“ 

Der Zeuge erinnerte sich an den zitternden Angeklagten mit großen verheulten Augen, der ihn darum bat, ein Fenster zu jenem Schlafzimmer aufzumachen, damit er das (von ihm imaginierte Geschehen) filmen könne. 

Wer kehrte früh morgens zurück in die Wohnung?

Vielleicht wäre die Geschichte anders verlaufen, wenn der mitten in der Nacht um Hilfe angerufene müde Zeuge das kommende Drama geahnt hätte. Nach einem ersten nächtlichen Zusammentreffen der drei Hauptfiguren begegnete ein anderer Zeuge dem Angeklagten: „Es war so, als ob er zum ersten Mal gesehen hätte, dass in ihrer Wohnung ein anderer Mann war.“ 

Offenbar verließ der Angeklagte nach diesem Schock die Wohnung der 44-Jährigen. Ob er es war, der in den frühen Morgenstunden in ihre Wohnung zurückkehrte, muss die weitere Beweisaufnahme zeigen.

Der Prozess wird am Montag ab neun Uhr im Schwurgerichtssaal des Landgerichts fortgesetzt.

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