Einbruchsopfer berichten

Schock-Anruf nachts um zwei: Händler-Ehepaar eilt sofort in die Knapper Straße

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Die Scherben am Morgen danach. 

Lüdenscheid – Ingrid Marquart ist auch fünf Tage nach der Tat noch fassungslos: Am frühen Sonntagmorgen gegen 2 Uhr reißt das Klingeln des Telefons Ingrid Marquart und ihren Mann Hans-Gerd aus dem Schlaf.

Die Vermieterin ist am anderen Ende der Leitung. Sie sollen dringend zu ihren Geschäftsräumen an der Knapper Straße kommen. Das Schaufenster liege in Scherben. 

Dem Ehepaar Marquart kommt die nächtliche Nachricht wie ein böser Traum daher. Seit mehr als 20 Jahren betreiben sie das Fachgeschäft für Damenoberbekleidung an der Knapper Straße. Noch in der Nacht eilen sie zum Knapp. 

Dieses Bild bot sich den Inhabern beim Eintreffen in der Knapper Straße.

Vor Ort erfahren sie von den wartenden Polizisten, was passiert ist. Ein 30-jähriger Lüdenscheider hat eine volle Bierflasche in das Schaufenster geworfen. Das Glas bricht, die Flasche explodiert. Die Scherben zerfetzen Textilien und beschädigen die Schaufensterpuppen. Der Kronkorken fliegt bis zum fünf Meter entfernten Kassen-Tresen. Überall riecht es nach Bier. 

Den Knall hören Gäste einer nahen Kneipe und rufen die Polizei (Ursprungsmeldung: Scheibe an Textilgeschäft in Lüdenscheider City eingeworfen - Fahndung!). Die eingesetzten Beamten nehmen den jungen Mann kurze Zeit später fest. Er hatte aus der Auslage eine lachsfarbene Damen-Shirt-Jacke gestohlen. Der Schaden an Schaufenster und Ware beträgt tausende Euros. Die Jacke war von 89 auf 49 Euro heruntergesetzt. 

Die Scherben zerschnitten die ausgestellte Ware. 

„Das steht doch in keinem Verhältnis. Für mich ist das Vandalismus, Zerstörungswut. Der wollte gar nichts klauen“, ist Ingrid Marquart überzeugt. Die sichergestellte Jacke wird ihr durch die Beamten wieder ausgehändigt. Doch das ist nur ein schwacher Trost. Denn als die Polizisten den Tatort verlassen, stehen Ingrid und Hans-Gerd im wahrsten Sinne vor einem Scherbenhaufen.

Mitten in der Nacht versuchen sie einen Glaser-Notdienst nach Lüdenscheid zu lotsen. Um 8.30 Uhr schließlich fährt der Handwerker vor, sichert das Schaufenster und klebt es ab. Mindestens zehn Tage dauere die Lieferung des neuen Fensters, hat man Ingrid Marquart gesagt. 

Die defekte Scheibe ist abgeklebt. 

Den ganzen Sonntag macht sie kein Auge zu. Gemeinsam mit ihrem Mann reinigt sie das Geschäft von Scherben und Bier, damit sie am Montagmorgen – pünktlich zum Beginn der Vollsperrung in der Knapper Straße – wieder für ihre Kunden da sein kann. Es muss ja weitergehen.

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