3G-Regel ab Freitag

Schnelltestzentren im MK: Freie Marktwirtschaft ab Oktober

Seit Mitte Juli hat sich die Zahl der täglichen Testungen im Stern-Center in Lüdenscheid auf 400 pro Tag verdoppelt.
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Seit Mitte Juli hat sich die Zahl der täglichen Testungen im Stern-Center auf 400 pro Tag verdoppelt.

Die Corona-Schnelltests sollen ab dem 11. Oktober nicht mehr kostenlos sein. Zu den zukünftigen Preisen eines Antigen-Schnelltests will sich bisher kein Betreiber äußern. „Das ist Kaffeesatzleserei“, macht sich Armin Klose, Inhaber der Diskothek Saitensprung, wo tagsüber Corona-Testungen angeboten werden, noch keine Gedanken.

Lüdenscheid – Das DRK Lüdenscheid will sich erst später mit den Kosten für Selbstzahler befassen. „Es gibt noch keinen konkreten Preis für die Testungen ab Oktober“, teilt der Vorsitzende des DRK Stadtverbandes Lüdenscheid Georg Heydn mit. Dies hänge auch mit den unbeständigen Einkaufspreisen für Schutzmaterial und Tests zusammen. „Die finale Entscheidung hierzu wird Mitte September getroffen, wenn das notwendige Material beschafft ist“, erklärt Heydn.

Bis es so weit ist, rechnen die meisten Testzentren mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) ab. Seit dem 1. Juli gibt es pro Bürgertest insgesamt 11,50 Euro. Für einen PCR-Test verlangt das DRK Lüdenscheid aktuell 95 Euro – doch dieser Betrag werde bereits geprüft: „Eine Preisanpassung der PCR-Tests ist ebenfalls geplant, dies voraussichtlich schon im September“, erklärt Heydn.

Durch die steigenden Inzidenz-Zahlen zieht die Nachfrage an den meisten Standorten in Lüdenscheid langsam wieder an. „Die Talsohle hatten wir Ende Juli erreicht“, sagt Klose. Etwa 80 bis 90 Menschen hätten sich in dieser Zeit testen lassen.

Im Saitensprung registriert Zoe Andreadis die Menschen, die einen Corona-Schnelltest wollen.

Auch das Testzentrum im Stern-Center kann diesen Trend bestätigen. „Mitte Juli haben sich etwa 200 Leute pro Tag testen lassen“, erklärt Standortleiter Sascha Kruse. Aktuell seien es gut 400 Abstriche, die im Stern-Center genommen werden, sagt er nach kurzem Blick auf den Bildschirm seines Laptops. „Die Inzidenz-Zahlen steigen wieder, da brauchen die Menschen öfter einen negativen Test, um alltägliche Dinge zu erledigen“, begründet Kruse den Anstieg der Testungen. Er rechne zudem damit, dass die Zahlen noch weiter steigen werden.

Das DRK kann dagegen keine Schwankungen bei der Nachfrage feststellen. „Die Anzahl an durchgeführten Tests ist bei uns seit März weiterhin konstant, wir führen monatlich etwa 10 000 Testungen durch“, sagt Heydn.

Der Inzidenzwert im Märkischen Kreis lag am Dienstag am siebten Tag in Folge über 35. Bisher greift nach acht Tagen die sogenannte „Inzident-Stufe 2“. Ab Freitag gilt ab diesem Wert eine weitgehende Testpflicht für Ungeimpfte in Bereichen, die über den täglichen Bedarf hinaus gehen.

Derweil schließen in Lüdenscheid und Umgebung immer mehr Testzentren. „In den Hoch-Zeiten hat es im Märkischen Kreis insgesamt 143 Teststellen gegeben“, erklärt Kreissprecher Alexander Bange. Diese Zahl ist kontinuierlich gesunken. In der vergangenen Woche seien noch 117 Testzentren gemeldet gewesen, teilt Kreis-Pressereferentin Ursula Erkens mit. Dem entgegen steht die steigende Nachfrage nach Schnelltests – im gesamten Kreisgebiet. Wurde in der Woche vom 12. bis zum 18. Juli der „Tiefpunkt“ von 25 420 Tests erreicht, waren es in der vergangenen Woche 32 454 Menschen, die sich testen ließen.

Bereits angepasst sind die Öffnungszeiten im „Drive-in“-Testcenter am Worthplatz. Seit drei Wochen sind Schnelltests nur noch am Mittwoch sowie von Freitag bis Sonntag möglich.

Auch das DRK hat seine Kapazitäten leicht heruntergefahren, das Testzentrum ist aber freitags und samstags von 8 bis 20 Uhr geöffnet. „Auf Basis unserer Erfahrungswerte haben wir unsere Öffnungszeiten [...] angepasst und werden diese voraussichtlich so fortführen“, sagt Heydn. Aufgrund der neuen Testpflicht für Ungeimpfte halte sich das DRK bereit, bei Bedarf die Öffnungszeiten zu erweitern oder die Testfrequenz zu steigern.

Die aktuelle Corona-Schutzverordnung des Landes NRW vom 17. August 2021.

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