"Leuchtturmprojekt"

"Schnelle Eingreiftruppe" statt Jobcenter: Stadt stellt Arbeitslose ein

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„Sehr zufrieden“ mit seinem Job: Christian Schubert (4. von rechts) unterstützt als neuer Mitarbeiter der Zentralen Gebäudewirtschaft den neben ihm stehenden Hausmeister Hans Werner Schlottmann an der Hauptschule Stadtpark. Mit im Bild (von links) Bürgermeister Dieter Dzewas, Volker Riecke (Jobcenter), Karl-Heinz Spangenberg (ZGW), Frank Kuschmirtz (ZGW), Simona Hansen (Jobcenter) und Britta Moranz (Jobcenter).

Lüdenscheid - Die Stadt Lüdenscheid eröffnet Langzeitarbeitslosen über das Teilhabechancengesetz und die damit verbundene Förderung neue Perspektiven. Welche das sind, erfahren Sie hier: 

„Lüdenscheid steht ganz vorn im Märkischen Kreis“, lobte Volker Riecke, Geschäftsführer des Jobcenters Märkischer Kreis, bei der Vorstellung des Programms und neuer Mitarbeiter, für die die Stadt Stellen geschaffen hat. „Das ist ein Leuchtturmprojekt.“ Die Stadt eröffne Menschen nachhaltige, langfristige Chancen. Bis heute für 28 Langzeitarbeitslose hat die Stadt über die Maßnahme Stellen geschaffen. 

Gemeinsam mit Bürgermeister Dieter Dzewas, Frank Kuschmirtz (Betriebsleiter Zentrale Gebäudewirtschaft), Heino Lange (Betriebsleiter Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb) und den beiden Jobcenter-Mitarbeiterinnen Simona Hansen und Britta Moranz informierte Riecke über die Maßnahme, die Kuschmirtz als „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten bezeichnete. 

„Sehr zufrieden“ zeigte sich Christian Schubert, einer der neuen Mitarbeiter der Stadt, mit seiner geförderten Tätigkeit. Er hoffe, dass das Programm weitergehe, erklärte er beim Besuch der Hauptschule Stadtpark, wo er als Mitarbeiter der Zentralen Gebäudewirtschaft (ZGW) Hausmeister Hans Werner Schlottmann assistiert. 

Ursprünglich arbeitete Schubert im kaufmännischen Bereich. Weitere Teilnehmer an dem Projekt seien den zwölf Schulen der Stadt zugeordnet, ergänzte Frank Kuschmirtz. Als nächstes sei die Bildung einer schnellen Eingreiftruppe für handwerkliche Arbeiten geplant. 

„Die Maßnahme ist klasse“, bestätigte Heino Lange, der als neue Mitarbeiter des Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetriebs (STL) den 52-jährigen Uwe Dekarski – seit April dabei – und den 59-jährigen Harald Schopper vorstellte. „Beide erbringen hervorragende Leistungen“, lobte der STL-Betriebsleiter. Uwe Dekarski arbeitet beim STL im Bereich Grünflächen- und Spielplatzunterhaltung. Harald Schopper, der seit März vergangenen Jahres an der Maßnahme teilnimmt, ist der Abfallentsorgung und der Sortierung von Elektroschott zugeordnet. 

17 Mitarbeiter auf der Basis der Teilhabe am Arbeitsmarkt beschäftige allein der STL, erläuterte Lange. „Für uns ist das Programm eine wirkliche Bereicherung.“

An der Hauptschule Stadtpark nimmt Christian Schubert (links) - im Bild mit Hausmeister Hans Werner Schlottmann - als neuer Mitarbeiter der ZGB hausmeisterliche Aufgaben wahr. Ursprünglich kam er aus dem kaufmännischen Bereich.

 

Die Maßnahme widerlege die gängige Meinung, dass langzeitarbeitslose Menschen nicht motiviert seien zu arbeiten, führte Dieter Dzewas beim Gespräch im STL-Gebäude aus. Die Gründe für Langzeitarbeitslosigkeit seien vielfältig. Anders als frühere Förderprogramme eröffne die Maßnahme, die neue Möglichkeiten der Begleitung biete, langfristige Chancen, ergänzte Riecker. Das Programm, bei dem die Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt seien, sei auf Nachhaltigkeit angelegt. Ziel sei eine Anschlussbeschäftigung. 

„Wir begleiten auch am Arbeitsplatz weiter“, betonte Simona Hansen, Sachgebietsleiterin Teilhabechancengesetz beim Jobcenter. „Die Leute sollen in der Beschäftigung stabilisiert werden.“ Wie Betriebsakquisiteurin Britta Moranz (Jobcenter) ergänzte, sind in Lüdenscheid derzeit insgesamt 66 Langzeitarbeitslose in das Förderprogramm eingebunden, „von denen 48 komplett aus dem Leistungsbezug gefallen sind“ und keinerlei Unterstützung durch das Jobcenter brauchen. Fast die Hälfte von ihnen seien bei der Stadt beschäftigt. 

Im gesamten Märkischen Kreis nehmen seit 1. Januar vergangenen Jahres 243 Menschen an dem Programm teil, von denen mittlerweile 150 keine Leistungen vom Jobcenter benötigen.

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