Schnee-Dächer: Hoffen auf Entlastung durch Tauwetter

Ortstermin an der Kalve: ZGW-Leiter Frank Kuschmirtz machte sich ein Bild von dem eingestürzten Pavillon.

LÜDENSCHEID ▪ „Die großen alten Turnhallen sind kritisch, Pavillons sind unkontrollierbar.“ Für Peter Welter, bei der Zentralen Gebäudewirtschaft (ZGW) für Objektservice zuständig, drehte sich am ersten Montag im neuen Jahr alles um Schnee, Eis und Tauwetter. Denn nach dem Einsturz des Schulpavillons an der Kalve hat man gestern wieder Bestandsaufnahme gemacht.

Denn so, wie sich die Wetterbedingungen ändern, ändert sich auch der Umgang mit den Hallen. Wichtigste Nachricht für alle Schüler: „Wir gehen davon aus, dass die Schulen nächste Woche planmäßig beginnen.“

Die Zeit wird die Stadt nutzen. Allerdings: Auf die Dächer zum Schneeräumen darf derzeit niemand. Das sei zu gefährlich, habe der Statiker gesagt – und Welter auch Zahlen an die Hand gegeben: Zehn Zentimeter Nassschnee wiegen pro Quadratmeter 40 Kilo, ein Zentimeter Eis wiegt 10 Kilo. Die maximale Last, die alte Dächer pro Quadratmeter vertragen, liege demnach bei 75 Kilo; neue Dächer vertragen 100 bis 125 Kilo. Wo es möglich ist, will das ZGW jetzt Ablauföffnungen freilegen, durch die Tauwasser von den Dächern fließen kann. „Am Schlimmsten wäre: Es taut, das Wasser läuft nicht ab und gefriert wieder.“ Auf Turn- oder Pausenhallendächern könnte das gefährlich werden.

Der Umstand, dass Gebäude und Hallen in den Ferien kaum genutzt werden, nimmt Druck von den Entscheidern. Im Zweifel bleibt die Halle abgeschlossen. Sicher ist: Die Sporthalle Stadtpark kann am Wochenende für ein großes Fechtturnier des LTV 61 geöffnet werden. Das Dach wurde bereits vergangene Woche geräumt. Wie es mit der Fußball-Stadtmeisterschaft in der BGL-Halle aussieht, ist noch nicht klar. Hier setzt die Stadt, wie andernorts auch, auf starkes Heizen, um das Tauwetter von oben durch Wärme von unten zu unterstützen. „Die Heizungen laufen Tag und Nacht durch. Wir warten bis Mittwoch Mittag ab, dann werden wir sehen, was es bringt“, sagt Peter Welter. Ob das Wintercamp der Baskets aus der Zeppelin-Turnhalle in die Heuss-Realschule umziehen muss, wird morgen geklärt. Das Sporteln am Sonntag sieht Welter derzeit nicht gefährdet. Am Wermecker Grund wird kräftig geheizt, die Welke-Turnhalle hat Stahlträger: „Das ist kein Problem.“

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