Bremecker Hammer Sanierungsfall

Ohne Stützkonstruktion wäre die Wand zum Hammerteich vermutlich bereits eingestürzt und damit auch das Dach. Sie steht inzwischen erkennbar unter Last.

Lüdenscheid - Das denkmalgeschützte Schmiedemuseum im Bremecketal ist ein Sanierungsfall. Die Kosten für die Instandsetzung des Bremecker Hammers dürften „im höheren sechsstelligen Bereich“ liegen, so die erste Kostenschätzung, die Frank Kuschmirtz, Leiter der Zentralen Gebäudewirtschaft der Stadt, abgab.

Das drängendste Problem bleibt nach wie vor die abgängige Wand zum Hammerteich, erläuterten am Mittwoch im Bauausschuss Heinfried Drewer-Gutland und Thomas Plischek, Ingenieure der Münsteraner Ingenieursgesellschaft Lindschulte.

Die Bestandsaufnahme fiel ernüchternd aus. Das Material des Damms, der das Wasser vom Gebäude fernhalten soll, tauge nicht für einen Damm, sei „definitiv nicht geeignet“, so Plischek. Und so entsteht der Druck auf die Wand des Gebäudes, die mit einer Stützkonstruktion zwar jetzt gesichert, aber längst nicht gerettet ist. Um ihre statische Funktion zu erfüllen, müsste sie rund 90 Zentimeter dick sein, vorhanden seien aber Wandstärken von 30 bis 36 Zentimetern. „Mehr Sand als Mörtel“, beschrieb der Techniker die statischen Voraussetzungen des Mauerwerks, das zugleich tragende Funktion für das Dach besitzt.

Lösungsvorschlag ist eine Winkelstützkonstruktion, die die Hauswand von ihrer tragenden Funktion befreit. Die Wand bliebe lediglich als Schale erhalten, wenn ein neuer und dichter Damm angeschüttet ist.

Doch das sei längst nicht alles, was der Hammer noch an Problemen mit sich bringe, erläuterte anschließend Gabi Krumme, Architektin der ZGW. Im 480 Quadratmeter großen Gebäude, errichtet ab 1753, mit 3200 Quadratmetern Grundstück hat sich in 35 Jahren ein immenser Sanierungsstau gebildet.

Weitere Wände sind durchfeuchtet und müssten komplett neu verfugt werden, Teile der Wege sind abgängig in Richtung Verseufer. Die Elektroinstallation sei desolat, das Stromnetz „völlig überlastet“. Stahlfenster und -bauteile benötigten dringend einen neuen, schützenden Anstrich. Die Toiletten seien in 35 Jahren nicht renoviert worden, seit die Stadt das Gebäude 1978 übernommen habe. Die Nachtspeicherheizungen seien energetisch fragwürdig, in die Fäkaliengrube dringe Wasser von außen ein.

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