Entscheidung am Sonntag

Stichwahl: Schmidt oder Voge - wer wird neuer Landrat im MK?

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Stehen am Sonntag in der Stichwahl ums Landratsamt: Marco Voge (CDU, links) und Volker Schmidt (SPD).

Sonntag ist Stichwahl-Tag: Im Märkischen Kreis müssen sich die Wähler für den neuen Landrat entscheiden. Wird es CDU-MdL Marco Voge oder Corona-Krisenstab-Leiter Volker Schmidt?

Märkischer Kreis - Beide gehen am Sonntag zum Wählen in ihr Wahllokal. Das ist Ritual, das gehört dazu, das finden sie viel persönlicher als Briefwahl und es führt einmal mehr zu interessanten Gesprächen. Sowohl CDU-Landratskandidat Marco Voge (erreichte am 13. September 42,11 Prozent) als auch SPD-Landratskandidat Volker Schmidt (kam auf 30,53 Prozent) nehmen „wählen gehen“ wörtlich.

Doch ob so oder per Brief – wichtig sei, dass die Menschen den Sonntag noch einmal als Wahltag vor Augen hätten, finden die Kandidaten. Sie haben in den beiden Wochen bis zur Stichwahl unermüdlich im Kreis für sich und fürs Wählen getrommelt. Am Sonntag entscheidet sich, wer überzeugen konnte mit Persönlichkeit, mit seinen Antworten auf die drängenden Fragen, wie die Zukunft im Märkischen Kreis zu gestalten ist.

Nicht nur die Landratsfrage ist offen. In Lüdenscheid entscheiden die Wähler am Sonntag, wer neuer Bürgermeister wird. Das Duell lautet Sebastian Wagemeyer (SPD) gegen Chtristoph Weiland (CDU).

Stichwahl im MK: Landrat Voge oder Landrat Schmidt?

Der Stichwahlkampf führt beide Kandidaten weiter intensiv durch die Städte und Gemeinden. „Die Wahl endet erst am 27.“, sagt Marco Voge (40). Bis zum letzten Tag „gucken, was bewegt die Leute und wie kriegen wir das hin?“. Dass der Weg zum Landratsamt über eine Stichwahl führen könnte, sei Teil der Vorbereitung gewesen, so der CDU-Landtagsabgeordnete. Von Motivationsmüdigkeit keine Spur, weder bei ihm noch beim Team: „Ich brauche keine zusätzliche Motivation, ich bin bis in die Haarspitzen motiviert.“

Mit Laschet in Iserlohn, mit Reul in Menden, mit dem Generalsekretär in Lüdenscheid, mit Klöckner in Iserlohn, mit Scharrenbach in Balve. „Man muss vor Ort sein“, lautet Voges Devise. Einerseits kann man mit großen Namen Politik schmackhaft machen und interessant. Andererseits sei es wichtig, dass man für Minister und Entscheidungsträger „Förderanträge erlebbar“ mache. Am besten vor Ort: „Dann haben die ganz andere Bilder im Kopf.“ Auf diese Weise, hofft der Netzwerker, bekämen kommunale Projekte die Bedeutung, die sie verdienten.

Kommunalwahl im MK: Hohe Wahlbeteiligung wünschenswert

Der Wähler sehe, dass er etwas bewegen könne. „Eine hohe Wahlbeteiligung ist einfach wünschenswert. Jede Stimme zählt. Jeder hat eine Verantwortung mitzubestimmen: Wo geht es hin?“ Für den Wahlkampf hat sich der Landtagsabgeordnete nicht beurlauben lassen. Termine müssen auch in die Plenarwoche passen. Klar ist: „Wenn die Wähler das wollen, werde ich nur noch Landrat sein.“

Zeit für Privates ist knapp, aber möglich: Der Geburtstagssonntag seiner Ältesten blieb frei: „Ich hatte keinen einzigen Termin.“

SPD-Kandidat Volker Schmidt (64) ist derzeit ebenfalls viel unterwegs. Er findet in Werdohl Zeit für ein Telefonat über Motivation für den Endspurt, über Wählermobilisierung, über den Spagat zwischen täglicher Arbeit und Wahlkampfterminen.

Als Fachbereichsleiter Gesundheit, Soziales und Verbraucherschutz ist Schmidt Chef des Corona-Krisenstabes – da kann er sich nicht einfach Urlaub nehmen. Es macht ihm Spaß, vor Ort zu sein, mit den Leuten zu sprechen: „Die Motivation ist natürlich da“, sagt er. Zumal er sich schon noch Chancen ausrechnet. „Ich bin Sportler“, sagt er. Für die zähle die Silbermedaille nicht, da gehe es um den Sieg.

Und für den zählt jede Stimme. „Man muss nicht so sehr um neue Wähler kämpfen“, hat er festgestellt, „sondern dass die, die gewählt haben, wieder gehen.“ Deshalb würden die Karten neu gemischt, glaubt er. „Wenige Stimmen können entscheidend sein.“

Von Werdohl aus geht es für ihn an diesem Tag weiter nach Altena, dann Kierspe, später Nachrodt-Wiblingwerde. Er erzählt vom Schulgipfel mit Kutschaty in Hemer, freut sich auf den Scholz-Besuch in Lüdenscheid.

Dazwischen sucht er immer wieder das Gespräch mit den Menschen an Infoständen und bei Veranstaltungen – und muss feststellen, „dass die Leute vielfach gar nicht wissen, dass die Stichwahl stattfindet und wie sie es machen sollen.“ Auch deshalb sei es wichtig, noch einmal vor Ort zu sein, zu erklären, findet er.

Zudem nutzt er jede Gelegenheit, seine Botschaft zu vermitteln, zu zeigen, wie wichtig die Beteiligung der Menschen an Projekten ist, die ihre Kommune, ihren Kreis betreffen – von Bebauungsplänen bis hin zur Fahrradwegeplanung. „Wichtig ist, dass die Leute sehen, dass sie ernst genommen werden, und dass wir Prozesse transparent machen.“

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