Schlesier erinnern mit Stiftung an Vertreibung

LÜDENSCHEID ▪ Die Vertreibung der Schlesier aus ihrer Heimat, das unermessliche Leid und der zwangsläufige Verlust vieler Kulturgüter sollen nicht in Vergessenheit geraten. Um dies zu erreichen, hat der Lüdenscheider Verein „Grafschaft Glatz/Schlesien“ eine Stiftung gegründet, die jetzt von der Bezirksregierung Arnsberg anerkannt worden ist.

Brigitte Staron-Lambiel und Peter Großpietsch schreiben dazu als Stiftungserrichter: „Wir waren uns bewusst, 65 Jahre nach der Vertreibung an einem Wendepunkt zu stehen. Uns belastete der Gedanke: Was geschieht in der Zukunft, wenn die Letzten der Erlebnisgeneration der deutschen Heimatvertriebenen abgetreten sind? Soll alles zu Ende gehen, als ob es uns nie gegeben hätte, oder wollen wir etwas hinterlassen?“

Nach monatelangen Überlegungen und Recherchen sei man zu der Überzeugung gekommen, dass man nur über eine Stiftung wirksam und bleibend Spuren hinterlassen könne. Zunächst wurde im Jahre 2008 ein Förderverein gegründet, der die einzige Aufgabe hatte und weiterhin hat, den Initiatoren beim Sammeln von Spenden und Grafschaft-Glatzer Kulturgut zur Seite zu stehen. Ende 2010 war zumindest ein Grundkapital zusammen, so dass die Stiftung bei der Bezirksregierung in Amsberg beantragt werden konnte. Mit der Anerkennungsurkunde der Bezirksregierung Amsberg vom 18. November 2010 wurde die „Stiftung Grafschaft Glatz/Schlesien“ als selbständige Stiftung bürgerlichen Rechts anerkannt.

In der Präambel der Stiftung – der Satzung vorangestellt – heißt es: „Im Gedenken und in Würdigung der Jahrhunderte währenden Aufbauleistung unserer Vorfahren in der Grafschaft Glatz in Schlesien, einer Provinz des Deutschen Reiches, und in Erinnerung an unsere Kreisstädte Glatz, Habelschwerdt und Neurode, nebst allen dazugehörigen Dörfern, Dorfgemeinschaften und Wallfahrtsorten, bekunden wir, das Kulturgut zu sichern, die Traditionen der Heimat und ihre Geschichte durch die „Stiftung Grafschaft Glatz/Schlesien“ zu bewahren und im Kontext der europäischen Entwicklung fortzuschreiben. Anliegen der Stiftung ist es, das geistige und materielle Erbe der deutschen Grafschaft Glatz als Bestandteil der gesamten deutschen Geschichte, und seine Weiterentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland zu bewahren und zu pflegen.“

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