Schlecker: Arbeitslosigkeit statt Rettungsschirm

LÜDENSCHEID - Mit dem Scheitern der Landesbürgschaften für eine Transfergesellschaft kam auch für die heimische Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vorläufig das Ende aller Bemühungen um die Abfederung der Folgen für die Beschäftigten.

„Für sie wird es jetzt wohl in die Arbeitslosigkeit gehen. Noch heute sollen die Kündigungen verschickt werden, um die letzte Frist einzuhalten“, erklärte der Hagener Verdi-Sekretär Mario Schmidt auf LN-Anfrage. „Das macht die Betroffenheit jetzt noch größer.“

Wen diese Schreiben treffen, bestimme die Sozialauswahl, die der Insolvenzverwalter vorab vorgenommen hatte. Somit sei denkbar, dass auch in Lüdenscheid Beschäftigte aus den beiden Filialen gehen müssen, die nicht geschlossen wurden. Zugleich könne es sein, dass Kolleginnen mit längerer Betriebszugehörigkeit und Kindern aus den dicht gemachten Geschäften an Kölner-, Kluser- und Uhlandstraße sowie im Stern-Center an einem anderen Standort weitermachen könnten. „Das können wir jetzt nur noch abwarten“, sagte Schmidt resigniert.

Bekanntlich traf die Schlecker-Insolvenz im Märkischen Kreis 13 Filialen: Neben den vieren in Lüdenscheid schlossen auch drei in Altena, je zwei in Iserlohn, Hemer und Werdohl sowie eine Filiale in Nachrodt-Wiblingwerde. Hinzu kamen im Verdi-Bereich noch vier Filialen in Hagen, sodass es bei durchschnittlich drei beschäftigten Frauen pro Geschäft insgesamt rund 70 Betroffene geben dürfte. Genauere Zahlen lägen Verdi aus Datenschutzgründen nicht vor, so Schmidt. Zudem gebe es bei Schlecker außer in Iserlohn an keinem MK-Standort einen Betriebsrat.

Ob es für Betroffene sinnvoll ist, etwa eine Kündigungsschutzklage einzureichen, sei eher zu bezweifeln. Denn: „Die hätte nur Aussicht auf Erfolg, wenn man dem Insolvenzverwalter eine fehlerhafte Sozialauswahl nachweisen kann“, weiß Schmidt. Das aber sei aus seiner Sicht so gut wie ausgeschlossen. „Der hat einen Ruf zu verlieren.“ - hgm

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