Event am Lüdenscheider Loh geplatzt

Schlagerparty abgesagt: Kartenabsatz stagniert nach Wendler-Absage 

Michael Wendler musste absagen, der Kartenabsatz stagnierte. Jetzt kam die Absage für die Schlagerparty am Loh.

Lüdenscheid - Die für das kommende Wochenende an der Schützenhalle am Loh geplante Schlagerparty fällt aus. 100 Karten seien bislang erst im Vorverkauf an Mann und Frau gebracht worden, begründet Veranstalter Jürgen Wigginghaus die Entscheidung, die am Wochenende definitiv fiel.

Die Absage des Schlagersängers Michael Wendler, der nach seinem Unfall beim Sommer-„Dschungelcamp“ bis Anfang September krank geschrieben ist, hat, so Wigginghaus, für eine Stagnation im Kartenvorverkauf geführt. Als Ersatz für den Wendler verpflichtete Wigginghaus Tim Toupet – eine Rechnung allerdings, die nicht aufging.

„So eine Schlagernacht ist teurer als die Verpflichtung von Coverbands. Ich müsste mindestens 900 Karten verkaufen, um den Schlagerabend finanzieren zu können“, so Wigginghaus. 

Das Experiment, die Reihe vom Donnerstag auf den Samstagabend zu verlegen, sei nun einmal nicht gelungen, sagt Wigginghaus rückblickend auf die Freiluftkonzerte der letzten Wochen. Euphorisch war der Lüdenscheider Veranstalter mit der Idee angetreten, die durchaus in der Stadt beliebte Open-Air-Reihe auf den Samstag zu verlegen: „Die Leute müssen am nächsten Tag nicht früh raus“, hieß es.

Was seinerzeit mit dem „Rock im Rosengarten“ begann, erfuhr dann in diesem Sommer eine grundlegende Wandlung. „Donnerstags konnten wir so eine Veranstaltung nicht mehr anbieten“, so Wigginghaus weiter. Denn als die Stadtverwaltung im vergangenen Herbst wie in jedem Jahr die großen Veranstalter Lüdenscheids nach ihren Plänen fragte, stellte sich heraus, dass bereits das Brauhaus für diesen Sommer mehrere Veranstaltungen im Herzen der Stadt angemeldet hatte.

„Wir haben dann mit Herrn Meyer (Brauhaus) und Herrn Wigginghaus ein Gespräch geführt, bei dem Herr Wigginghaus sagte: ,Dann geh ich auf den Samstag’“, so Stadtpressesprecher Wolfgang Löhn auf Anfrage. Samstags auf dem Rathausplatz kam für Wigginghaus allerdings nicht infrage. Der Aufwand, nach Abbau des Wochenmarktes Bühne und Biergarten aufzubauen, wäre zu groß gewesen. Das Ende der Geschichte ist bekannt: Wigginghaus wechselte mit seinen Veranstaltungen Tag und Ort, im Rosengarten fanden donnerstags gar keine Veranstaltungen statt.

Wer nun seine Eintrittskarten für den 29. August zurückgeben möchte, kann dies in der kommenden Woche bei allen Vorverkaufsstellen tun. Die Vorverkaufsstellen werden informiert.

Mit dem Auftritt der Queen Kings, die beim herrlichem Spätsommerwetter an der Schützenhalle sangen, ging die Open-Air-Sommerreihe an der Schützenhalle also eher unerwartet ihrem Ende zu. Das Publikum erwies sich auf dem Schützenplatz dabei als weitgehend textsicher – nicht nur beim Welthit „Bohemian Rhapsody“.

Die Tribute-Formation hatte sich bis dahin bereits durch eine Menge großer Hits der Queen gespielt. 800 Zuhörer scharten sich um die Bühne und konnten sich am Ende, als nach „Radio Gaga“ eine erste ernsthafte Verabschiedung erfolgte, noch nicht zufrieden geben. Also setzte es kräftig Zugaben, die auch ihren Grund hatten. Ein technischer Fehler hatte zuvor das Monitorsystem außer Gefecht gesetzt: Die Band konnte sich auf der Bühne nicht mehr hören.

Es folgte eine Zwangspause, verbunden mit dem Versprechen, um deren Dauer das Konzert zu verlängern. Versprechen eingelöst.

Erfreulich an dem Auftritt der Queen Kings war, dass es wohl ein wenig Nebel und auch eine kluge Lichtführung gab, ansonsten auf weiteren Firlefanz verzichtet wurde. Die Botschaft dahinter war klar: Im Zentrum stand die Musik und das Geschehen auf der Bühne. Musikalisch ließ die Band keine Wünsche offen, präsentierte perfekten vierstimmigen Chorgesang, scheute auch vor schwierigen A-Cappella-Passagen und gesangstechnischen Höhenflügen nicht zurück. Auch der aufgefrischte Sound ließ keinerlei Wünsche offen. Der quirlige Leadsänger Mirko Bäumer versprühte gute Laune, bewegte sich traumhaft sicher zwischen Powerrock und Ballade.

Schön ausgebaut servierte die Coverband das Stück „Keep Yourself Alive“, versehen mit einem Drumsolo von Oliver Kersten, der einen Kompromiss zwischen technischer Finesse und theatralem Spiel einging. „The Hero“ war an diesem Abend Leadsänger Mirko Bäumer, mutigster Song oberhalb der Kluse „Mustapha“, wichtigste Erkenntnis „The Show Must Go On“.

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